Archäometallurgie

Der Forschungsbereich Archäometallurgie wurde 1990 mit Unterstützung der Volkswagen-Stiftung gegründet, um dem zunehmenden Interesse der Forschung an der Gewinnung und Verbreitung von Metallen in (prä-)historischer Zeit Rechnung zu tragen. Die Archäometallurgie – ein Spezialgebiet der Archäometrie – untersucht archäologische, kulturhistorische und technikgeschichtliche Fragestellungen mit naturwissenschaftlichen Methoden: Hierfür steht uns das hervorragend ausgestattete Materialkundliche Labor zur Verfügung.


Archäometallurgie


Nahtstelle zwischen Archäologie und Naturwissenschaften

Die Bedeutung der Archäometrie an der Nahtstelle zwischen Archäologie und Naturwissenschaften nimmt immer mehr zu. Es setzt sich die Erkenntnis durch, dass eine Bearbeitung von Funden und Befunden auf einer materialanalytischen Ebene substanzielle Beiträge zur Lösung kulturhistorischer Fragestellungen leisten kann. Tatsache ist, dass es heute kaum mehr eine archäologische Grabung gibt, an der nicht Naturwissenschaftler beteiligt sind. Für Geowissenschaftler, Chemiker, Physiker, Biologen, Mediziner und Ingenieure erschließt sich hier ein breites, vielfältiges Anwendungsgebiet. Die Mitarbeit von Naturwissenschaftlern in archäologischen Forschungsvorhaben ist längst über den Status einer "Hilfswissenschaft" hinausgewachsen; sie haben in vielen Bereichen der Archäometrie eine Kompetenz erreicht, die ihrerseits in den Geisteswissenschaften zur Neuorientierung führt. Beispiele hierfür sind die Resultate moderner Datierungsverfahren, geophysikalischer Prospektionsmethoden, Isotopenanalytik oder biochemischer und anthropologischer Untersuchungsmethoden.
Gewinnung und Verbreitung von Metallen in alter Zeit ist wichtig für das Verständnis kultureller, wirtschaftlicher und politischer Zusammenhänge: Metalle haben Kulturen geprägt. Deshalb kommt der Archäometallurgie – einem Spezialgebiet der Archäometrie – besondere Bedeutung zu. Hier besteht eine intensive Zusammenarbeit mit dem Forschungsbereich Montanarchäologie.

Methoden
Die naturwissenschaftlich angelegten Projekte der Archäometallurgie sind eine Synthese aus Feldarbeit und Analytik, wobei in der Regel mehrere analytische Verfahren angewandt werden, um Lösungen zu erzielen. Der Schwerpunkt der Archäometallurgie liegt auf geochemischen und mineralogischen Analysen sowie auf Isotopenanalysen (Blei, Kupfer, Osmium), die in Kooperation mit befreundeten Instituten durchgeführt werden. Dazu werden eine Reihe werkstoffkundlicher Verfahren angewendet. Bei der Untersuchung von Gold sind zerstörungsfreie Verfahren sehr wichtig. Die so erzielten Ergebnisse werden in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Montanarchäologie interpretiert.


Projekte