Entwicklung des bergmännischen Vermessungswesens und der Markscheider-Instrumente im mitteleuropäischen Bergbau vom Altertum bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts

Entwicklung des bergmännischen Vermessungswesens

Bislang fehlt es an einer Überblicksdarstellung zur Geschichte des bergmännischen Vermessungswesens und der Entwicklungslinien der hierbei verwendeten Instrumente. Ausgehend von den Beständen einer in Privatbesitz befindlichen Sammlung soll versucht werden, hierzu einen Beitrag zu leisten und eine Buchpublikation vorzulegen. Die Stärke besagter Kollektion liegt sowohl in ihrer Qualität, als auch in dem sehr breiten, durch verschiedenste Instrumentengattungen abgedeckten chronologischen Rahmen. Eine markante Betonung liegt auf der frühneuzeitlichen Periode, und dazu treten eine große Anzahl von Graphometern, Circumferentoren, Theodolite, Setzwaagen, Bussoleninstrumente, Hängezeuge, Höhenscheiben, Nivellierinstrumente, Lote, Zeicheninstrumente sowie diverse Hilfsgeräte.

Die zeitliche Spanne der Betrachtung reicht vom Altertum bis zum Beginn der Instrumentenfertigung in industriellem Maßstab um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Dabei sollen fünf Perioden behandelt werden:
Der erste Zeitabschnitt beinhaltet die Frühzeit des Bergbaus, gefolgt von den Entwicklungen im griechisch-römischen Altertum. Es schließt sich eine dritte, vom Spätmittelalter bis etwa zur Mitte des 16. Jahrhunderts reichende Periode an, in der sich das Markscheidewesen mit der Einführung des Buchdrucks von einer rein handwerklichen Tätigkeit zu einer lehr- und erlernbaren Kunst wandelte.
Der Einsatz eines systematischen Risswesens im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts bis ungefähr zum Beginn des 19. Jahrhunderts kennzeichnet die vierte Periode, in welcher Schinzeuge, Theodolite und Nivelliere in den Bergbau eingeführt werden. In diesem Zeitraum vollzieht sich der Übergang von der alten „Ziehmarkscheiderei“ zur „Visiermarkscheiderei“.
Ein fünfter Abschnitt ergibt sich mit dem Beginn der Industrialisierung bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Dieser Zeitraum ist durch eine stürmische technische Entwicklung im Bergbau gekennzeichnet. Die inzwischen teils eigenständig gewordenen Messgeräte und -verfahren nähern sich wieder denen der allgemeinen Feldmesskunde an, und Bergbautreibende werden nunmehr zur Erstellung von Grubenkarten gesetzlich verpflichtet.
Während des dreimonatigen Forschungsaufenthalts sollen die Bestände des Montanhistorischen Dokumentationszentrums zur Klärung etlicher spezifischer Sachverhalte genutzt und das Manuskript umfassend überarbeitet werden.


Kontakt

Günther Oestmann

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www.guenther-oestmann.de