Der kupferzeitliche Siedlungshügel Pietrele (Măgura Gorgana)

Der etwa sieben Meter hohe Siedlungshügel von Măgura Gorgana liegt bei dem heutigen Dorf Pietrele in Südrumänien in der Nähe des Donautals. Pietrele war im 5. Jahrtausend Teil des nördlichen Siedlungssystems im Gebiet der unteren Donau. Der Tell befindet sich etwa 150 km von der Schwarzmeerküste und dem bedeutenden zeitgleichen Gräberfeld von Varna entfernt.

Die Siedlungsgeschichte des Hügels ist weitgehend unerforscht. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass der Tell im fünften vorchristlichen Jahrtausend ca. 500 Jahre lang besiedelt war. Der weitaus mächtigere Teil der Siedlungsschichten gehört der kupferzeitlichen Gumelniţa-Kultur an, darunter liegt ein Schichtpaket der spätneolithischen Boian-Kultur. Ziel der von der Eurasienabteilung des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) durchgeführten Grabungen ist es, durch die Einbindung der Naturwissenschaften die Kenntnisse der Kulturverhältnisse im 5. Jahrtausend v. Chr. an der Unteren Donau auf eine solide Grundlage zu stellen. In Verbindung mit geomagnetischen Prospektionen, der Archäobotanik, Archäozoologie, Anthropologie und der Archäometallurgie wird erstmals ein umfassendes Bild der Wirtschaftsaktivitäten in einer Siedlung dieser Zeitperiode an der unteren Donau gezeichnet werden können.
Aufgabe des DBM sind die Untersuchungen an den Metall- und Keramikfunden der Siedlung. Es gilt hier, die Materialien zu charakterisieren, um ein Bild von Technologie und Handel im 5. Jahrtausend v. Chr. zu erhalten. Dazu wurden die Kupferfunde aus Pietrele und von anderen Fundorten gleicher Zeitstellung aus Serbien und Bulgarien zunächst chemisch analysiert. Daraufhin erfolgte eine Bestimmung der Bleiisotopenverhältnisse. Die so gewonnen Daten haben wir schließlich mit bereits publizierten Daten von Erzen aus Lagerstätten der Balkanregion vergleichen.
Die bleiisotopischen Untersuchungen chemischen Analysen erbrachten folgendes Ergebnis: Zumindest ein Teil des in Pietrele verwendeten Kupfers könnte aus den Erzen der Lagerstätten von Majdanpek in Serbien oder Čelopeč und Burgas-Strandža in Bulgarien gewonnen worden sein. Daneben kommt aufgrund dieser Untersuchung auch die Lagerstätte von Ai Bunar als Rohstoffquelle in Frage. Weitere geochemische und bleiisotopische Untersuchungen an Kupferobjekten aus Pietrele sind in Arbeit und werden helfen, die Herkunft des Metalls zu klären.


Laufzeit

2009 - voraussichtlich 20014 (läuft seit 2006)


Veröffentlichungen

  • Hansen, S., Toderaş, M., Reingruber, A., Gatsov, I., Georgescu, C., Görsdorf, J., Hoppe, T., Nedelcheva, P., Prange, M., Wahl, J., Wunderlich, J. & Zidarov, P., 2008. Der kupferzeitliche Siedlungshügel Măgura Gorgana bei Pietrele in der Walachei. Ergebnisse der Ausgrabungen im Sommer 2007, Eurasia Antiqua 14, 17-98.