Projekt zur Erhaltung montangeschichtlicher Zeugnisse am Originalstandort

Das Schiffshebewerk Henrichenburg

Das 1899 eingeweihte Schiffshebewerk Henrichenburg zählt zu den technikhistorisch bedeutendsten Wasserbauwerken der Region und ist bis heute das größte Bauwerk am Dortmund-Ems Kanal. Seit dem Jahr 2010 unterstützten wir das LWL-Industriemuseum bei dessen denkmalgerechter Dokumentation der Natursteinflächen.

Die Natursteinflächen der Fahrwanne des Hebewerkes wiesen Verformungen, Risse, Abschalungen, biogenen Bewuchs und Feuchteschäden auf. Unsere erste Aufgabe bestand darin, diese Schäden zu erfassen. Dazu erstellten wir in enger Zusammenarbeit mit dem Natursteinrestaurator Franz Moll eine bildbasierte Pilotkartierung für die Nordseite der Natursteinwannenkonstruktion. Aufgrund der stählernen Überbauung mussten die Bilddaten aufwendig frei Hand und durch Erklettern der Konstruktion angefertig werden. Später galt es das digitale Bildmaterial auf Datengrundlage einer eigenen örtlichen Vermessung zu entzerren, d.h., objektivbedingte geometrische Verzeichnungen wurden mittels rechnergestützter Bildbearbeitung entfernt. Anschließend wurden die Schäden digital mittels CAD-Software in die entzerrte Bilddokumentation kartiert.Im Jahr 2011 lag unser Schwerpunkt auf der Untersuchung von Möglichkeiten zur Behebung der vorgefundenen Schäden. Es war zunächst wichtig zu ermitteln, ob die Ursachen für die vorgefundenen Natursteinrisse noch vorhanden sind oder ob sie aus einer nicht mehr vorhandenen Überlastung herrührten. Basierend aus den Erkenntnissen der Rissentwicklung können Entscheidungen zur Verstärkung oder Entlastung getroffen werden. Für die Untersuchung der Rissentwicklung installierten wir daher zehn Monitore und dokumentierten die Nullstellung mittels digitaler Fotografien. Die Monitore werden in regelmäßigen Abständen kontrolliert um eine mögliche Rissentwicklung zu dokumentieren. Auf Basis der Schadenskartierung wird eine Instandsetzungsplanung erstellt. Die Umsetzung dieser Maßnahmen ist im laufenden Vorhaben für die Folgejahre geplant. Der Fachbereich Informationssysteme wird die wissenschaftliche Begleitung der Instandsetzungsarbeiten als beispielhaftes Pilotvorhaben übernehmen.


Kooperation

Restaurator Franz Moll

Laufzeit

2012 - 2014