Konversionsprozesse im sächsischen Steinkohlerevier nach 1945

Foto: Kathrin Kruner

Der Beginn des Abbaus im sächsischen Steinkohlerevier liegt bereits im 15. Jahrhundert. Nach und nach wurden Steinkohlevorkommen in den Gebieten um Zwickau, Oelsnitz und Freital erforscht und abgebaut. Dank dieser Vorräte war es dem Königreich Sachsen möglich eine Vorreiterrolle in der Industrialisierung einzunehmen.

Der Zweite Weltkrieg und sich anschließende Spaltung Deutschlands in BRD und DDR brachte zunächst einen erneuten Aufschwung für die drei sächsischen Steinkohlereviere, um den Energiebedarf des neuen deutschen Staates zu decken. Am 21.12.1967 erfolgte jedoch der Beschluss, die Förderung der Steinkohle langsam auslaufen zu lassen, da die Vorkommen sich dem Ende zuneigten.
Mit der projektierten Stilllegung eines ganzen Industriezweiges war ein komplexer struktureller Wandel verbunden. Mehrere zehntausend Menschen mussten in neue Berufe ein- und umgelernt werden. Dies ist der Punkt an dem die Untersuchung ansetzen soll. Es gilt zu betrachten, wie die damalige Gesellschaft, vor allem in den einzelnen Revieren, und die Politik mit den Veränderungen umging. Welche Maßnahmen wurden ergriffen, um die materiellen und immateriellen Hinterlassenschaften zu bewahren? Ein wichtiger Aspekt stellt die Rolle der Denkmalpflege in der DDR dar. In diesem Kontext ist es zwingend notwendig, auf die Rolle des Kulturbundes einzugehen. Es gilt zu untersuchen, ob es ein von „oben“ aufgesetztes Konzept der Erinnerungskultur gab, oder ob es in den einzelnen Revieren eigenständige Entwicklungen möglich waren.
Bei der Betrachtung der Entwicklung wird es notwendig sein, zu beachten, dass sich die Verhältnisse mit der politischen Wende 1989/90 abermals veränderten. Wieder standen die die Hinterlassenschaften der Steinkohle vor einem neuen Bruch. Konnten sie zu Zeiten der DDR zum Großteil nach- oder umgenutzt werden, so standen nun häufig Abriss oder Verfall zu Debatte. Für diesen Zeitraum, welcher sich bis die heutigen Tage hinzieht, sollen vor allem die sich veränderten Rahmenbedingungen im Mittelpunkt stehen. Haben die neuen Bedingungen einen Einfluss auf den Umgang mit den Hinterlassenschaften? Ermöglichen sie eventuelle sogar neue Formen der Erinnerungskultur?


Kontakt

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Projektleiter

Dr. Lars Bluma

Projektträger

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Förderung

RAG-Stiftung

Laufzeit

seit 2015