Glück auf! Ruhrgebiet. Der Steinkohlenbergbau nach 1945

Das montan.dok bzw. der diesbezügliche Forschungsbereich hat in 2009 für den am Jahresende eröffneten Erweiterungsbau die erste temporäre Sonderausstellung realisiert, die die Geschichte des Steinkohlenbergbaus in der Bundesrepublik Deutschland mit besonderer Berücksichtigung des Ruhrbergbaus in der Zeit von 1945 bis zur Gegenwart thematisiert.

Ein Kernthema der im Prinzip chronologisch angeordneten Ausstellung waren die tiefgreifenden Fortschritte in der deutschen Bergtechnik, die nur im Zusammenhang mit dem über Jahrzehnte anhaltenden Rationalisierungsdruck im Zuge der Strukturkrise verständlich werden. Das DBM nahm damit seine herausragende Rolle als technisches Museum im Umfeld der zahlreichen Museen des Ruhrgebiets wahr, die sich gleichfalls, jedoch vorrangig sozialgeschichtlich oder speziell industriearchäologisch, mit der Thematik befassen. Für den technikhistorischen Haupterzählstrang der Ausstellung konnte das DBM wie kein anderes Museum dabei auf seine umfangreichen Sammlungsbestände im montan.dok zurückgreifen.
Sollte damit das besondere Leistungsprofil des bundesdeutschen Steinkohlenbergbaus gerade auch im Bereich der Bergbau-Zulieferindustrie gezeigt werden, hat sich die Ausstellung um eine Darstellung bemüht, die eine eindimensionale Technikeuphorie vermied. Im Sinne eines modernen Verständnisses von Technikgeschichte waren sowohl allgemein wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie genuin politische Entscheidungen für die Entwicklung des bundesdeutschen Steinkohlenbergbaus zu veranschaulichen. Hier war insbesondere an europäische Dimensionen im Sinne der Montanunion/EGKS, die Montanmitbestimmung, die Erhardsche Kohlenpolitik, die Gründung der Ruhrkohle AG als Einheitsgesellschaft bis hin zum Auslaufen des EGKS-Vertrages zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu denken.
Anschauliche Sammlungsobjekte des DBM sollten szenografisch einen Hauptbestandteil der Ausstellungsobjekte darstellen. Insbesondere zur Erläuterung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen waren zahlreiche archivalische Originalquellen aus dem Bergbau-Archiv vorhanden, die um Archivalien aus einer Vielzahl anderer einschlägiger Institutionen ergänzt worden sind. Angesichts des behandelten Zeitraums, der grundsätzlich als audiovisuelles Zeitalter gilt, musste und konnte zudem auf ein breites Quellenspektrum im Bereich des Industriefilms sowie der öffentlich-rechtlichen und später privaten Rundfunk- und Fernsehanstalten zurückgegriffen werden.


Förderung

RAG Aktiengesellschaft

DMT-LB

Laufzeit

2009 - 2010



Veröffentlichungen

  • Farrenkopf, M. u.a. (Hrsg.), 2009. Glück auf! Ruhrgebiet. Der Steinkohlenbergbau nach 1945. Bochum, 2019.