Bergbau und Politik

Bergbau und Politik

Verbandsbildung und Interessenpolitik, staatliche und betriebliche Sozialpolitik 1858 bis 1933 - Teilprojekt zum Handbuch zur Geschichte des deutschen Bergbaus

Die Forschungslage zur Geschichte des deutschen Bergbaus im Zeitalter der Industrialisierung kann insgesamt als gut bezeichnet werden. Dies gilt besonders für das Ruhrgebiet als einem der damals wichtigsten Kohlenreviere in Deutschland und für seine Bergbauverbände. Im Vergleich dazu haben die Entwicklungen in anderen Montanregionen auf nationaler Ebene ungleich weniger Fachinteresse erfahren. Eine zusammenfassende Darstellung stellt nach wie vor ein Forschungsdesiderat dar.

Ziel des Teilprojektes ist die Erarbeitung einer historisch-kritischen Überblicksdarstellung zum Verbandswesen und der Interessenpolitik des deutschen Bergbaus. Neben Entstehung und Wandel von Strukturen und Funktionen des bergbaulichen Verbandswesens im Beziehungsgeflecht zwischen Staat, Wirtschaft und Arbeiterschaft wird vor allem die Sozialpolitik als ein relevantes Aktionsfeld bergbaulicher Interessenpolitik im Fokus stehen. Die Forschungen basieren auf der kritischen Analyse schriftlicher Quellen in den Überlieferungen der Bergbauverbände sowie derjenigen von staatlichen Stellen und Personen in verschiedenen Archiven. Dabei sind nicht zuletzt die umfangreichen Verbandsbestände im Bergbau-Archiv Bochum grundlegend. Hinzu kommen die zahlreich publizierten Darstellungen aus den Reihen des Bergbaus selbst. Die Projektergebnisse werden in Band 3 des Handbuchs zur Geschichte des deutschen Bergbaus publiziert.