Geschichte der Westfälischen Berggewerkschaftskasse und der DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH

Geschichte der Westfälischen Berggewerkschaftskasse und der DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH

Die Westfälische Berggewerkschaftskasse (WBK) entstand 1864. Zu ihren Aufgaben gehörten eine Verbesserung der bergmännischen Ausbildung und eine Intensivierung der Forschung. Grundstein ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit bildete schließlich die Übernahme der Bochumer Bergschule und der erdmagnetischen Warte. Im Zuge der Kapazitäts- und Strukturanpassungen ging die WBK in der neugeschaffenen DMT DeutscheMontanTechnologie für Rohstoff, Energie, Umwelt auf. Sie führt mit der TFH Georg Agricola in Bochum und dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum die Traditionen der WBK in Ausbildung und Lehre fort. Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der WBK im Jahr 2014 wird die Historie dieser wichtigen Institution im Rahmen der bergbaulichen Gemeinschaftsforschung nach neueren montanhistorischen Forschungsgesichtpunkten untersucht.

Aus dem Zusammenschluss der Märkischen (gegründet 1737) und der Essen-Werdenschen Gewerkschaftskasse (gegründet 1803) entstand 1864 die Westfälische Berggewerkschaftskasse (WBK). Seit ihrer Gründung sah sie ihre Aufgaben in einer Verbesserung der bergmännischen Ausbildung und in einer Intensivierung der Forschung, nicht zuletzt auch unter dem Anspruch einer Erhöhung der Sicherheit im Bergbau. Durch die Übernahme der Bochumer Bergschule und der vom Bochumer Bergamt gegründeten erdmagnetischen Warte wurden die Grundsteine für die Lehr- und Forschungstätigkeit der WBK gelegt. In den folgenden Jahrzehnten gründeten sich innerhalb der WBK zahlreiche neue wissenschaftliche Prüf- und Forschungsabteilungen; auch das Schulwesen wurde ausgebaut. Die zunehmende Bedeutung und gute Reputation der WBK zeigte sich in der Beteiligung von Mitarbeitern oder Abteilungen des Hauses an staatlichen oder universitären Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Die WBK etablierte sich immer mehr als Bindeglied zwischen Staat, Universitäten, Zechen und den bergbaulichen Zulieferfirmen. Darüber hinaus übernahm sie verstärkt beratende Funktionen bei den Zechen, die zunehmend eigene Prüfstände und Laboratorien einrichteten.
Die seit Ende der 1960er-Jahre anhaltende Schrumpfung des deutschen Steinkohlenbergbaus ließ ab den 1980er-Jahren zunehmend erkennbar werden, dass auch im Bereich der stark ausdifferenzierten institutionellen Gemeinschaftsforschung Kapazitäts- und Strukturanpassungen unvermeidlich sein würden. Deshalb fasste man zum 1. Januar 1990 die drei großen Säulen der bisherigen Gemeinschaftsforschung, nämlich den Steinkohlenbergbauverein mit der Bergbau-Forschung GmbH, die Westfälische Berggewerkschaftskasse (WBK) und die Versuchsgrubengesellschaft mbH in der neugeschaffenen DMT DeutscheMontanTechnologie für Rohstoff, Energie, Umwelt zusammen. Das neue Unternehmen bildete mit rund 2.000 Mitarbeitern eine der größten technisch-wissenschaftlichen Organisationen der Welt. Die Konzentration der Leistungsfähigkeit und des vorhandenen Know-hows sollte nicht nur eine bessere Vermarktung der Forschungsergebnisse sicherstellen.
Da die Vorgängergesellschaften neben den Forschungs- und Prüftätigkeiten auch das Ausbildungs- und Schulungswesen wahrgenommen hatten, bildeten sich diese Hauptmerkmale in der Struktur der DMT ab. Unter dem Dach eines eingetragenen Vereins – dem DMT DeutscheMontanTechnologie für Rohstoff, Energie, Umwelt e. V. – wurden zwei Gesellschaften gegründet: Einerseits die DMT-Gesellschaft für Forschung und Prüfung mbH und andererseits die DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH (DMT-LB). In letzterer konzentrieren sich alle Aus- und Fortbildungseinrichtungen. Dazu gehörten 1990 die Bergberufsschulen und Fachoberschulen, eine Bergfachschule sowie die einzige bergbauliche Fachhochschule Deutschlands – die heutige TFH Georg Agricola in Bochum. Gemeinsam mit der Stadt Bochum unterhielt die DMT-LB zudem das Deutsche Bergbau-Museum Bochum (DBM). Als Mitglied der heutigen Leibniz-Gemeinschaft wurden dessen eigene Forschungsaktivitäten im außeruniversitären Sektor bereits seit den 1970er-Jahren zusätzlich von Bund und Land NRW gefördert. Im Zuge der anhaltenden strukturellen Anpassungen im deutschen Steinkohlenbergbau umfasst die DMT-LB heute lediglich noch die TFH Georg Agricola sowie das DBM. 2014 wird die DMT-LB in Fortsetzung der Traditionen der WBK auf eine 150-jährige Geschichte zurückblicken können.


Projektträger

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Förderung

DMT-LB

Kooperation

DMT-LB

Laufzeit

2012 - 2016