Silberpfade zwischen Orient und Okzident

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum plant für Anfang 2014 eine temporäre Ausstellung zur Gewinnung, Bedeutung und Wert von Silber im Mittelalter, zur Zeit der Regentschaft von Karl dem Großen im Frankenreich und dem Abbassiden-Kalif Harun al-Rashid in Baghdad. Im mittelalterlichen Europa war Silber das wertbestimmende Edelmetall. Gold war praktisch nicht mehr verfügbar, weil die mit dem Goldhandel verbundenen Handelswege zu den damals bekannten Lagerstätten versiegten. In den ersten Jahrhunderten des Islams war Silber, das „weisse Metall“, das wichtigste Edelmetall für Münzen und für Schmuck.

Das Zeitfenster der Ausstellung ist das frühe Mittelalter in Europa und in der arabischen Welt. Die zugehörigen Bergbau-Gebiete sind: Melle (Poitou, Frankreich) und ArRadRad (heutiges Jabali im Hawlan-Gebirge, Jemen).
Die zeitgleichen Aktivitäten in den geologisch vergleichbaren Bergbaugebieten erlauben den Vergleich unterschiedlicher Bergbautechniken, so wie sie sich aufgrund der örtlichen geographischen Verhältnisse entwickeln konnten. Auch die Auswirkungen des damaligen Bergbaus auf ihre Umwelt lassen sich erklären. Im geopolitischen Zusammenhang ist Melle das größte Silberbergbau-Gebiet des karolingischen Kaiserreiches. ArRadRad ist aus heutiger Sicht der größte, bekannte Silberbergbau der arabischen Halbinsel.
Die Ausstellungsinhalte basieren auf Daten, die bei wissenschaftlichen Arbeiten in Melle seit 1995 und im Jemen seit 2003 gesammelt wurden. An den Forschungen beteiligt sind 17 Experten aus Frankreich, Deutschland, England und dem Jemen unter der wissenschaftlichen Leitung des CNRS. Der Leitfaden der Ausstellung folgt der Silberproduktion bis zum fertigen Produkt, jeweils abgesichert mit vorhandenen Daten über die beiden Bergbaugebiete. So beginnt die Ausstellung mit geologischen Daten über Silber und endet mit der Darstellung von Zukunftsaussichten der untersuchten historischen Gebiete.


Kontakt

Jürgen Heckes

Projektleiter

Jürgen Heckes

Projektträger

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

CNRS

Förderung

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Kooperation

GSMRB, Jemen

CNRS, Frankreich (Dr. Florian Téreygeol)

Laufzeit

2009 - 2014