In vielen Bergwerken waren früher Grubenpferde anzutreffen. Sie wurden in der Streckenförderung eingesetzt, wo sie die Förderwagen zogen, und zwar mit einer mehrfach größeren Leistung als ihre menschlichen Arbeitskollegen, die sogenannten Schlepper.

Die Grubenpferde blieben meist mehrere Jahre lang unter Tage; viele wurden mit der Zeit blind.

Grubenpferd Tobias
Grubenpferd Tobias

Man sagt den Grubenpferden nach, dass sie zählen konnten. Wurde die Anzahl der gewöhnlich zu ziehenden Förderwagen überschritten, so blieben die Pferde einfach stehen.

Grubenpferd in Schwarz Weiß
Grubenpferd

Das letzte Grubenpferd im Steinkohlenbergbau des Ruhrreviers hieß Tobias. Es hat bis 1966 auf dem Bergwerk General Blumenthal in Recklinghausen seinen Dienst unter Tage verrichtet.

Aus Wikipedia:
Zur Hochzeit des Einsatzes von Grubenpferden waren allein im Ruhrgebiet mehr als 8000 Pferde im Einsatz; noch 1956 wurden etwa 400 Grubenpferde im Ruhrbergbau eingesetzt. Sie zogen acht bis zehn Förderwagen zum Schacht.

Grubenpferde erkrankten seltener als Bergleute an der Staublunge, allerdings waren sie für Erkältungen durch die wechselnden Temperaturen anfälliger und der Bergwerksstaub verursachte bei ihnen häufig Augenprobleme.

In Deutschland verließ am 22. Juni 1966 Tobias, das letzte deutsche Grubenpferd, nach zwölf Jahren Dienst als eines der ältesten Grubenpferde die Recklinghäuser Zeche General Blumenthal. Bis zu seinem Tod vier Jahre später lebte der Hengst auf einem Bauernhof. Seit 1995 erinnert ein Modell des Tieres im Anschauungsbergwerk des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum an Tobias, der zum Symbol für die Grubenpferde geworden ist.

Aus Ruhrnachrichten:
Die letzte Schicht von »Tobias« ist Anlass für eine Feier. Der Betriebsratsvorsitzende würdigt besondere Verdienste: »Du kamst selten in mein Büro, richtig verstanden habe ich dich nie. Mehr als neun Loren zogst du nie. Versuchte man dir auch nur eine mehr anzuhängen, dann bliebst du stehen. Man hätte dich totschlagen können.«








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