Im Mittelpunkt dieser Sammlungsabteilung im oberen Umlauf des Tiefkellers steht die Entwicklung der Schrämmaschinen. Die technisch hoch entwickelten Walzenschrämlader bilden heute - neben den Kohlenhobeln - die Grundlage für eine wirtschaftliche Kohlengewinnung.

Die Entwicklung der Schrämmaschinen begann im englischen Steinkohlenbergbau. Eine der ersten Lösungen bestand darin, kleine Schrämmeißel auf einem waagerecht gelagerten Rad zu befestigen, das sich in das Flöz hineinfraß. Das Original einer solchen frühen Maschine stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Als weitere Entwicklungsstufen gelten die Stangenschrämmaschinen aus der Zeit der Jahrhundertwende und die Kettenschrämmaschinen, die von 1920 bis 1968 im Einsatz waren. Seit 1954 wurden sie nach und nach von den modernen Walzenschrämmaschinen abgelöst, bei denen sich die Schrämpicken auf großen Walzen befinden, die ein vollständiges Herausschneiden der Kohle oder des Salzes aus dem Gebirgsverband ermöglichen. Der ausgestellte Longwall-Trepanner wurde 1954 im englischen Steinkohlenbergbau entwickelt. Die Maschine ist für beide Fahrtrichtungen mit je einem gleichartigen Schneidsystem - einer zylinderförmig ausgebildeten, mit Meißeln bestückten Bohrbrechkrone - ausgerüstet. Der in den USA für die Braunkohlengewinnung entwickelte Auger Miner war um 1960 versuchsweise im Ruhrbergbau eingesetzt. Er gewinnt die Kohlen an beiden Stößen einer Strecke durch Herstellen von parallelen Großbohrlöchern im Flöz.

Die Entwicklung der Fördermaschinen wird in diesem Teil des Umlaufes um den Tiefkeller in Ergänzung zur Sammlungsabteilung „Schachtförderung” anhand verschiedener Originalmaschinen schlaglichtartig beleuchtet. Sie repräsentieren jeweils wichtige Etappen bei der Bewältigung bestimmter technischer Probleme.

Die bedeutsamste Maschine in dieser Abteilung ist die Dampffördermaschine aus dem Jahr 1839. Sie ist die älteste erhaltene Dampffördermaschine aus dem Steinkohlenbergbau an der Ruhr. Die Maschine war zunächst auf der Zeche Wülfingsburg bei Volmarstein eingesetzt, wo sie fast drei Jahrzehnte lang mit einer Leistung von gut 5 PS Gefäße mit einem Fassungsvermögen von 220 1 aus einer Tiefe von 94 m zutage förderte. Bis 1908 diente sie schließlich auf der Zeche Trappe im Raum Sprockhövel als Antrieb für das Pumpengestänge der Wasserhaltung.

Die um 1905 erbaute Bobinen-Fördermaschine, ursprünglich ebenfalls mit Dampf betrieben, war für Arbeiten beim Abteufen von Schächten konzipiert worden. Hierfür war das Flachseil statt eines runden Seiles von Vorteil. Ähnlich wie bei der Garnspule, der Bobine, in der Textilindustrie wickeln sich die Flachseile in Lagen übereinander auf den schmalen Seiltrommeln auf oder ab. Durch den sich kongruent verändernden Durchmesser der aufgewickelten Seile auf den Trommeln lässt sich ein Ausgleich der Lasten erzielen. Ein Unterseil als Gewichtsausgleich ist daher nicht erforderlich. Die Maschine war auf der Schachtanlage Hannover-Hannibal in Bochum eingesetzt.

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Bobinen-Fördermaschine


In einem weiteren Teil des Umlaufes um den Tiefkeller wird die Geschichte der Streckenförderung dargestellt, die den Untertagetransport der gewonnenen Mineralien, des Versatzgutes und des Arbeitsmaterials umfasst. Das Zentrum dieser Abteilung bildet eine grafisch gestaltete Wandfläche, auf der insgesamt 18 Tafeln die Entwicklung der Fördergefäße in ihren entscheidenden Etappen - tragende, schleppende und rollende Förderung – erläutern.

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Abbau - und Streckenförderung

Die größte Aufmerksamkeit dürften jedoch die Originalgegenstände erwecken, die den Modell-Vitrinen zugeordnet sind: historische Schubkarren und Förderwagen. Ein Schlitten aus Bambusgeflecht, im chinesischen Bergbau noch vor wenigen Jahren verwendet, sowie aus Bambus geflochtene Körbe, die mit einer Stange über den Schultern im indischen Steinkohlenbergbau sogar noch heute getragen werden, sind nicht nur rare Ausstellungsstücke. Sie verdeutlichen dem Museumsbesucher aus Industriestaaten darüber hinaus, welche Unterschiede in Bezug zu den Technologien in weniger industrialisierten Ländern bestehen.

Hölzerne Radsätze eines Förderwagens, der im 19. Jahrhundert auf einer Bochumer Zeche eingesetzt war, leiten über zur Entwicklung der Eisenbahnschiene. Der Betrachter erkennt, dass sich diese aus den Bedürfnissen der Streckenförderung im Bergbau heraus entwickelt hat. Zwei eng verlegte Holzbohlen waren der erste Schritt. Auf ihnen wurden die Spurnagelwagen mit einfachen Rädern gefahren, wobei der in der Mitte einer Achse angebrachte Zapfen die Spur hielt.

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Einschienen-Hängebahn

Der Besitz des Museums an großen Originalmaschinen und -geräten ist dank der intensiven Bemühungen um den Erhalt solcher technikgeschichtlich bedeutsamer Zeugnisse besonders umfangreich. Im Tiefkeller werden daher diejenigen Großmaschinen gezeigt, die in den übrigen Sammlungsabteilungen zumeist aus statischen Gründen nicht zur Ausstellung gelangen können.

Die Sammlung wurde absichtlich so konzipiert, dass sie den Charakter eines offenen Museumsmagazins besitzt. Die Ausstellungsgegenstände wirken durch sich selbst. Jüngere Besucher, vor allem die zahlreichen Schulklassen, empfinden es als ein Erlebnis, dass die ausgestellten Objekte frei zugänglich sind und keine Absperrungen daran hindern, diese zu „bedienen”. Erwachsene Besucher können sich von den Ausmaßen der Maschinen beeindrucken lassen und von den Variationen, mit denen die Konstrukteure ihre Schöpfungen für die Lösung technischer Aufgaben und Probleme versehen haben. Dabei dürfte vor allem deutlich werden, dass der heutige Bergbaubetrieb in erster Linie durch die Technik bestimmt wird. Bergbauingenieure der Zulieferindustrie und auf der Schachtanlage haben an der Weiterentwicklung ebenso Anteil wie die Bergleute, die diese Maschinen bedienen. Bei der Vielzahl der ausgestellten Objekte sei nur auf die einzelnen Bereiche wie Grubenlokomotiven, Schildausbau, Gewinnung mit dem Continuous Miner, Blasversatzmaschinen sowie auf den Streckenvortrieb verwiesen, bei dem eine Maschine den bezeichnenden Namen Nashorn trägt”.

Mit einer Kurzcharakterisierung des Anschauungsbergwerks und der beiden damals vom DBM betreuten Außenstellen - dem Bethaus im Muttental bei Witten und der Maschinenhalle Zollern II in Dortmund-Bövinghausen - schloss dieser zweite „Führer” durch die Ausstellungshallen des DBM.




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