Das Museumsgebäude in seiner heutigen Gestalt ist das Ergebnis einer langen Entwicklungsgeschichte und mehrerer Bauphasen. Zunächst in den Hallen des ehemaligen Bochumer Schlachthofs angesiedelt, waren die Gründungsväter froh, überhaupt Raum für das Museum zu besitzen und es konsolidieren zu können. Mit dem relativ schnell erfolgten ersten Bauabschnitt wurde ein machtvoller, repräsentativer und dem Wirtschaftszweig „Bergbau“ angemessen erachteter Baukörper erstellt – in einer Zeit, die dem Bergbau und der Schwerindustrie primäre Bedeutung zugemessen hat. Doch wurde zu keiner Zeit eine „Vision“ entwickelt, wie das Museum einmal in seinem Endzustand aussehen könnte oder sollte – vielmehr fanden die Erweiterungen immer in Zeiten statt, in denen sich - zufällig oder nicht – Möglichkeiten für Anbauten ergaben. Wesentlich aber erscheint die Tatsache, dass sich das Museum in seinem ersten Stadium ein „bergbauliches Erscheinungsbild“ geben wollte und sich deshalb an damals „modernen“ Schachtanlagen (z. B. an der Essener Steinkohlenzeche Zollverein 12) orientiert und wohl auch den seinerzeit bekanntesten Architekten Fritz Schupp (1896-1974) für erste Entwürfe hinzugezogen hat. Damit wollte das Museum seine Zugehörigkeit zum Bergbau augenfällig machen und dokumentieren – eine Maßnahme, die sich aus der Trägerschaft der Gründungszeit erklärt, die Gedankenwelt seiner Gründungsväter widerspiegelt und auch heute noch seine Gültigkeit besitzt, wird doch von „Bergbaufremden“ nach wie vor mit großer Häufigkeit angenommen, dass sich das DBM in einer ehemaligen Zechenanlage eingerichtet hat. Diese Annahme wird allerdings auch dadurch evoziert, dass sich heute das für die Stadtlandschaft von Bochum so signifikante Doppelbock-Fördergerüst über dem DBM erhebt.

Die später erfolgten Erweiterungsbauten nahmen insofern immer Architekturgedanken aus der Gründungszeit auf, als sie einem einheitlichen Erscheinungsbild mit rotbraunen Klinkerfassaden und einheitlicher Traufhöhe Rechnung getragen haben. Indessen ist das Museumsgebäude niemals in einer für Museen „richtigen“ Bauweise errichtet worden: Schwierige Raumzuschnitte und Zugangsmöglichkeiten (vor allem im „Altbau“), lange Zeit fehlende Sanitärtrakte und Gastronomieflächen, geringe Traglasten der Hallendecken und -böden, schlechte Lichtverhältnisse, komplizierte Heizungsmöglichkeiten und weitgehend fehlende Klimatisierungsmöglichkeiten behindern die Präsentationen. Dennoch hat es das Museum verstanden, „aus der Not eine Tugend zu machen“, sich zu arrangieren und z. T. Aufsehen erregende Leistungen in Gestalt von international viel beachteten Ausstellungen zu präsentieren – trotz der zahlreichen, immer wieder auftretenden Baumängel, die in regelmäßigen zeitlichen Abständen bewältigt werden müssen.

Im Folgenden sollen die wichtigsten Bauphasen des DBM in ihrer chronologischen Reihenfolge vorgestellt werden.1



1. Alle Angaben beruhen auf den Jahresberichten der WBK und des DBM. Die Baugeschichte des Deutschen Bergbau-Museums folgt im Wesentlichen folgenden Quellen: den Jahresberichten der WBK bzw. des DBM, dem Bestand D.Bau 33 im Stadtarchiv Bochum, den bei Friedrich Schunder (Lehre und Forschung im Dienste des Ruhrbergbaus. Westfälische Berggewerkschaftskasse 1864-1964, Herne 1964, S. 235-247) anzutreffenden Angaben sowie dem Werk von Silke Breidenbach, das die Frühzeit des Gebäudes beinhaltet. Darüber hinaus wurden Mitarbeiter des DBM befragt. Den DBM-Gebäudekomplex behandelt kursorisch: Bund Deutscher Architekten (BDA), Kreisgruppe Bochum (Hrsg.): Architekturführer Bochum, Bochum 1986, S. 34 und 97.





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