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17. Juni 2010
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Eine Ausstellung des DBM in Zusammenarbeit mit der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft - Bahn - See (1. Juli 2010 - 20. März 2011) Für die Ausstellung konnten zahlreiche Exponate von insgesamt 66 Leihgebern eingeworben werden. Sie werden ergänzt durch bislang nicht gezeigte Gegenstände und Dokumente aus den eigenen Sammlungen des DBM. Unter den Exponaten befinden sich Unikate wie L. Cranachs (d. Ä.) Porträt des Herzogs Moritz von Sachsen, der 1546 demonstrativ Mitglied der Freiberger Knappschaft wurde, die silberne Bergkanne mit zwei Pokalen von 1477/1519 aus dem Goslarer Ratssilber oder eine farbige Panoramadarstellung des Bergbaus im Oberharz von 1661, die auf gut 10 m² ein einmaliges Bild von vorindustriellem Erzbergbau bietet. Die Umwälzungen der Reformationszeit gingen mit dem ersten Massenkommunikationsmittel einher – dem Buchdruck, was an einer historischen Druckerei demonstriert wird. Mit Preußens Gloria begann die Entwicklung des Steinkohlenbergbaus an der Ruhr. Zahlreiche Gegenstände illustrieren das enorme Wachstum des Bergbaus mit der Industrialisierung, aber auch seine Risiken und Gefahren. Die Knappschaft wuchs zu einer machtvollen finanzstarken und einflussreichen Versicherungsorganisation in den Bereichen der Renten- und Krankenversicherung, sie entwickelte ihr einzigartiges System der medizinischen Betreuung durch Knappschaftsärzte, Knappschaftskrankenhäuser und Reha - Einrichtungen. Das persönliche Band zu den Versicherten wurde durch die ehrenamtlichen Knappschaftsältesten geknüpft, ein System, das zumal im Ruhrgebiet geradezu einen Mythos darstellt. Mit der Weimarer Republik erhielten die Knappschaften eine demokratische Organisationsstruktur, freilich wurden sie durch die Inflationszeit in schwere Bedrängnis gebracht. Das Selbstbewusstsein der Knappschaftsorganisationen kam seit dem 19. Jh. in prachtvollen Bauten zum Ausdruck, die mit Werken bedeutender Künstler ausgestattet wurden. Teils beschädigt überlebten sie die Schrecken des Krieges und der NS-Herrschaft, die mit ihrer rassistischen Politik und der Zerschlagung der Selbstverwaltungsorgane die Knappschaft ebenso wenig verschonte, wie der Zweite Weltkrieg; sie sind neben vielen Gegenständen aus dem Berufsleben der Bergleute in der Ausstellung präsent. Ein nachempfundenes Krankenzimmer der 1920er Jahre demonstriert den damaligen Stand der Technik. Erst in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es endlich, die Gefahren des Bergbaus so weit zu bändigen, dass dessen Risiken dem Niveau der allgemeinen Gefahren in der Arbeitswelt angepasst wurden. Bergbau und Knappschaft entwickelten sich in einer Tradition, auf der nicht nur die Risiken auf die Schultern der ganzen Solidargemeinschaft verteilt wurden, es stand auch jede neue Generation von Bergleuten sozusagen auf den Schultern der vorangegangenen, was ein zentraler Figurenturm im Zentrum der Ausstellung verbildlicht, der eigens für diese Schau geschaffen wurde. Eine mediale Installation wird den Besucher mit Ausblicken in die Zukunft überraschen – Versicherung gegen Krankheit und Unfall, Altersversicherung und medizinische Betreuung sind ja nicht nur historische Felder, sondern zugleich wichtige Aspekte der Gegenwart und Zukunft jedes Einzelnen. Organisatorisches / Rahmenprogramm Führungen nach Anmeldung für
öffentliche Führungen: sonntags 14.00 Uhr Eintrittspreis zzgl. 2,50 € / Person Gruppenanmeldungen unter besucherservice@bergbaumuseum.de oder 0234/5877-146 (außer Mo) oder 0234/5877-0 Sonderpostamt Am 2. und 3. Juli 2010 wird im DBM ein Sonderpostamt mit dem Sonderstempel aus Anlass des 750. Jubiläums der Knappschaft im DBM eingerichtet sein Tag der Offenen Tür Am 4. Juli 2010 sind alle Interessierten zu einem Tag der Offenen Tür bei freiem Eintritt in das Deutsche Bergbau-Museum eingeladen. Katalog Zur Ausstellung gibt es den Katalog „Auf breiten Schultern“, erhältlich im Buchhandel oder im DBM. ISBN 13: 978-3-937203-49-2 ISBN 10: 3-937203-49-4 © Deutsches Bergbau-Museum 2010-06-18 Preis: 29,90 €; im DBM zur Eröffnung am 1. Juli 2010 und zum Tag der Offenen Tür am 4. Juli 2010 nur 25,00 €. Vortragsreihe Die begleitende Vortragsreihe ab 14. September 2010 befindet sich in Vorbereitung, aktuelle Informationen finden Sie im Internet. www.bergbaumuseum.de http://knappschaft-ausstellung.bergbaumuseum.de Kurator der Ausstellung und Ansprechpartner in inhaltlichen Fragen: Dr. Christoph Bartels Deutsches Bergbau-Museum Forschungsleiter Bergbaugeschichte 0234/5877-115 christoph.bartels@bergbaumuseum.de |
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