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Weitere RITaK-Veröffentlichungen

Neues Beiheft in der Reihe DER ANSCHNITT erschienen
Foto: Helena Grebe

Zwei weitere Bände der ANSCHNITT-Beihefte sind erschienen. Im Rahmen der Leibniz-Graduiertenschule „Rohstoffe, Innovationen und Technik alter Kulturen (RITaK)“ sind zwei Dissertationen in den Themengebieten Archäometallurgie und Bergbaugeschichte entstanden, die nun als ANSCHNITT-Beihefte 35 und 36 veröffentlicht wurden. 

Michael Klaunzer, Frühe Prestigeobjekte aus Metall in Anatolien. Selbstdarstellung, Kommunikation und Metallkonsum im späten 4. und 3. Jahrtausend v. Chr.

In der vorliegenden Publikation betrachtet Michael Klaunzer vergleichend Prestigeobjekte des späten 4. und 3. Jahrtausend. v. Chr. in Anatolien sowie überregional im Alten Orient. Er untersucht Artefakte wie Diademe, Keulen und Zepter ähnliche Objekte, Prunkbeile, Dolche etc., mit denen sozial führende Gesellschaftsschichten (Eliten), ihren Status und ihr Prestige innerhalb der eigenen und gegenüber anderen Kulturgruppen darstellten und steigern konnten. Erstmalig treten Prestigegüter im späten Chalkolithikum auf und stellen zugleich kulturelle (z.B. Schwerter) und technische Innovationen dar.

Im späten Chalkolithikum zeigen sich technische und kulturelle Innovationen im erstmaligen Auftreten besonderer Artefakte (z. B. Schwerter), Herstellungstechniken (z. B. Silbertauschierungen) sowie der gezielten Verwendung spezieller Metalle bzw. Legierungen. Im Laufe der Frühbronzezeit wurden die Eliten mit mehr Status- und Prestigegütern sowie kultisch-rituellen Artefakten ausgestattet, welche offensichtlich Zeichen einer Hierarchie sind.

In einer interdisziplinären Studie wurde zudem versucht, anhand von Metallobjekten aus zwei Fundorten Anatoliens, İkiztepe und Alacahöyük, gezielt den Zugriff auf Erzlagerstätten zu beleuchten. Der Kontakt zwischen der anatolischen Schwarzmeerküste (İkiztepe) und dem Südosten Anatoliens (Arslantepe), zeigt sich im späten Chalkolithikum einerseits archäologisch anhand von Metallartefakten, andererseits scheint sich dies auch in den bleiisotopischen und chemischen Analysen zu bestätigen. Es könnte zumindest einen (sporadischen) Austausch von Ideen, Techniken und Rohstoffen (Metalle) gegeben haben.

Für die frühbronzezeitlichen Königsgräber von Alacahöyük konnten bleiisotopische Daten von kupferbasierten Artefakten und Silberobjekten ausgewertet werden. Bezüglich der Herkunft der Artefakte deutet sich eine Nutzung von mehreren Lagerstätten an, was durch die weite Verteilung der bleiisotopischen Daten naheliegt. Kontakte und Interaktionen, die sich aufgrund des archäologischen Materials andeuten, lassen ebenfalls auf den gleichzeitigen Zugriff auf unterschiedliche Erzvorkommen schließen.

Die Publikation ist für den Preis von 34,80 Euro direkt beim Verlag Marie Leidorf zu beziehen.

Lena Asrih, „Das synt gemeyne bergrecht…“ Inhalte und Anwendung des Freiberger Bergrechts im Mittelalter.

Zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert entstanden in Mitteleuropa zahlreiche Bergrechtstexte in verschiedenen Bergbauregionen. In einer der bedeutendsten mittelalterlichen Bergbauregionen im heutigen Deutschland, dem Erzgebirge, ist der Silberbergbau für das 12. Jahrhundert erstmals belegt. Aus dem 13. Jahrhundert gibt es direkte und indirekte Verweise auf bergrechtliche Regelungen aus Freiberg. Das Freiberger Bergrecht in seinen zwei Versionen (A und B) ist in Abschriften seit dem 14. Jahrhundert überliefert. Der mittelhochdeutsche Text nach der Edition des Archivars und Rechtshistorikers Hubert Ermisch aus dem Ende des 19. Jahrhundert liegt mit der Arbeit von Lena Asrih erstmals übersetzt vor. Eine ausführliche Analyse der Inhalte, geordnet nach Themenfeldern, und der Abgleich mit montanarchäologischen Befunden belegt vielfältig die für Bergrechtstexte oftmals konstatierte außerordentliche Praxisnähe. Zudem werden dynamische Prozesse in der bergbaulichen Organisation und im technischen Betrieb im Zusammenhang mit der Entwicklung der bergrechtlichen Regelungen erkennbar. Eine zusammenfassende Darstellung zur allgemeinen Geschichte des Bergrechts vom 12. bis ins 14. Jahrhundert dient der Einordnung des Freiberger Bergrechts in den überregionalen Kontext und spiegelt den aktuellen Forschungsstand.

Die Publikation ist für den Preis von 24,80 Euro direkt beim Verlag Marie Leidorf zu beziehen.

Text: Petra Eisenach


27. Februar 2018

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