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Bergbau bewahren – Ein Workshop-Bericht

Bergbau bewahren – Ein Workshop-Bericht
Foto: Torsten Meyer

Am 15. Juni 2018 wurde im Rahmen des Projektes „montan.dok 21“ ein Workshop für Vereine mit bergbaulichen Sammlungen veranstaltet. Auf dem Programm stand die Vermittlung grundlegender Techniken der Inventarisierung und Dokumentation von Objekten des Steinkohlenbergbaus und damit eines Projektbausteins von „montan.dok 21“, nämlich die eigene Fachkompetenz im Bereich bergbaulicher Sammlungen anderen Bergbaumuseen und Vereinssammlungen zur Verfügung zu stellen.

Nach kurzen einführenden Vorträgen in die Arbeit des Montanhistorischen Dokumentationszentrums (montan.dok) am Deutschen Bergbau-Museum Bochum (DBM) und des Projektes „montan.dok 21“ sowie die geplanten Ziele des Workshops erwartete die Teilnehmer ein Wechsel von Impulsreferaten und praktischen Übungen.

Ist das Aufbringen von Inventarnummern wirklich eine praktische Übung wert? Was banal klingt, ist einfach zu beantworten: Ja. Hier können die praktischen Vorgehensweisen aus dem montan.dok/DBM auch kleineren Sammlungen helfen, denn dass Tesafilm oder Klebetiketten kaum für ein langfristiges Anbringen von Inventarnummern auf den jeweiligen Objekten geeignet sind, leuchtete schnell ein. Dementsprechend fleißig gingen die Teilnehmer daran, sich in der Beschriftung der bereitgelegten Holz-, Metall- und Glasstücke zu üben. Geduld und einiges an Geschickt waren gefragt, damit die auf der Grundierung aufgebrachten und mit Lack überzogenen Nummern nicht verwischten. Das Ziel lautet hier: lange Halt- und gute Lesbarkeit.

Die Aussage, „besser ein schlechtes Bild als gar kein Bild“, sollte den Anwesenden verdeutlichen, wie wichtig die Objektfotografie nicht nur für die eigene Dokumentation, sondern auch im Hinblick auf einen Nachweis für die Versicherung bei Diebstahl ist. Viele der Teilnehmer hatten schon selbst Erfahrung in der Fotografie von Sammlungsgegenständen. Ausgiebig diskutierten sie im Anschluss über Art der Aufnahme, Bildbearbeitung und Speicherung. Dabei wurden Tipps, wie die Benutzung eines aufgeschnittenen Wasserkanisters als Ersatz für eine Fotobox bis hin zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Museumsfotografie untereinander ausgetauscht.

„Was muss alles dokumentiert werden?“, „Wie bestimmt man die verwendeten Materialien?“, „Wo recherchiert man Informationen zu Objekten?“, „In welchem Zustand sollten Objekte im Museum präsentiert werden?“ und „Wie datiert man überhaupt die Gegenstände?“ – all diese Fragen wurden gestellt und beantwortet, als die Arbeitsgruppen sich selbst anhand von einigen Grubenlampen an einer Objektbeschreibung versuchten.

Zur Dokumentation gehört auch die Objektgeschichte, doch stellte sich während des Workshops heraus, dass oft wenig über die Hintergründe der Sammlungsstücke bekannt ist. Für Neuzugänge wurde den Teilnehmern daher ein Fragebogen mit an die Hand gegeben, der eine schnelle und präzise Abfrage wichtiger Angaben zu den Objekten erleichtert. Zudem wurde auf den Wert von Schriftgut, das zu Funktion und Geschichte von Gegenständen Auskunft geben kann, hingewiesen.

„Ist das nun eine Grubenlampe oder ein Geschenkartikel?“ Diese Frage stellte sich den Betrachtern eines der aus den Musealen Sammlungen des montan.dok/DBM mitgebrachten Objekte und sensibilisierte sie für die Problematik, eine passende Objektbezeichnung zu vergeben. Bei der in diesem Zusammenhang gegebenen Vorstellung der Arbeit an der Weiterentwicklung des Objektnamenthesaurus und der Systematik im montan.dok als Teil des Projektes „montan.dok 21“ wurde deutlich, dass es definitiv einen Bedarf an einer solchen Systematik und einem entsprechenden Vokabular für die Dokumentation gibt.

Während des Workshops zeigte sich immer wieder, wie wichtig ein Ziel des Projektes „montan.dok 21“ ist: ein sammlungsbezogenes Netzwerk zu bilden und den Fachaustausch weiter zu intensivieren. Besonders deutlich wurde dies bei den von den Teilnehmern selbst mitgebrachten Objekten. Die genaue Funktion und der Einsatz eines Theodoliten und eines alten Maßbandes konnten beispielsweise durch die Expertise eines ehemaligen Markscheiders schnell geklärt werden. Wissenstransfer kann also in beide Richtungen erfolgen und fruchtbar sein.

Diese Erkenntnis und das sehr positive Feedback der Workshop-Teilnehmer sieht das montan.dok als Bestätigung und Motivation, geeignete Formate nach dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ auch weiterhin zu entwickeln und anzubieten. „Getrenntes Bewahren – Gemeinsame Verantwortung“ bleibt die Maxime für einen zukunftsgerichteten und erfolgreichen Erhalt des materiellen Bergbauerbes, zu dem der Workshop erfolgreich beigetragen hat.

Das vollständige Workshop-Programm finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Projekt „montan.dok 21. Überlieferungsbildung, Beratungskompetenz und zentrale Serviceeinrichtung für das deutsche Bergbauerbe“ finden Sie hier.

Text: Maria Schäpers


28. Juni 2018

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