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Fotografie und Film bewahren – Ein Workshop-Bericht

Fotografie und Film bewahren – Ein Workshop-Bericht
Foto: Helena Grebe

Im April 2019 fand mit „Fotografie und Film bewahren – Ein Workshop für bergbauliche Sammlungen“ eine weitere Veranstaltung zur Vernetzung und zum Wissenstransfer unter Bergbausammlungen statt. Konzipiert und ausgerichtet wurde der Workshop durch das Montanhistorische Dokumentationszentrum (montan.dok) im Rahmen des Projekts „montan.dok 21“. In Vorträgen und Praxisblöcken sowie anhand historischer Fotografien und Filme aus verschiedenen Bergbausammlungen und dem montan.dok erfolgte ein intensiver Austausch.

Welchen hohen Stellenwert Fotografien als historische Quellen besitzen, zeigt sich nicht zuletzt in den Beständen von Bergbau-Archiv Bochum und Fotothek des montan.dok. Mit mehreren Hunderttausend Aufnahmen werden hier fotografische Überlieferungen der Montangeschichte bewahrt. Von großformatigen Glasplatten über Stereofotografien bis hin zu modernen Papierabzügen finden sich in der Fotothek umfangreiche Bildmaterialien zu montanhistorischen Themen. Die Fotothek beherbergt zudem Einzelfotos und Fotosammlungen, die systematisch zu Lehrzwecken angelegt wurden und in der sich die gesamte Spannbreite bergbaulicher Techniken und Produkte findet.

Dass Fotografien auch im Zentrum einer lokal ausgerichteten Überlieferung stehen können, zeigte sich im Workshop in einem Vortrag des Fördervereins für Bergmannstradition linker Niederrhein, der seine Bestände über die letzten Jahre hinweg erfasst und digitalisiert hat. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie in Gedächtniseinrichtungen und Bergbausammlungen Fotografien zugänglich gemacht werden. Zentrale Fragen des Workshops waren daher: Welchen Stellenwert haben historische Fotografien und Filme für die Forschung? Wie sind diese Bestände dauerhaft zu erhalten und zu konservieren insbesondere für Einrichtungen, die häufig nicht auf eine museale Infrastruktur zurückgreifen können? Diskutiert wurden in diesem Zusammenhang speziell die Möglichkeiten einer Digitalisierung zum Schutz von Foto- und Filmbeständen. Das Spektrum reichte hier vom richtigen Umgang mit Glasplatten bis hin zum Umkopieren von Videoaufnahmen aus den 1980er- bis 1990er-Jahren.

Die Vorstellung und praktische Demonstration der Arbeit des digitalen Medienlabors im montan.dok gewährte Einblicke in die technisch fortgeschrittenen Möglichkeiten der Digitalisierung von Bildbeständen. Zugleich wurde deutlich, dass diese hohen Standards von teilnehmenden Sammlungen kaum umzusetzen sind. Konsens unter den Teilnehmenden war dennoch, dass technisch zufriedenstellende Lösungen auch mit relativ geringen finanziellen Mitteln zu erreichen sind. Darauf weist auch die Tatsache hin, dass in vielen der teilnehmenden bergbaulichen Sammlungen die Digitalisierung der Fotobestände schon weit fortgeschritten ist.

Oft setzt jedoch weniger die Technik, als die Menge des Materials die Grenzen. Kaum eine der vereinsbasierten Sammlungen hat Kriterien für die Auswahl und Aufnahme von Fotografien in die eigenen Bestände entwickelt. Gleichzeitig tritt neben die Aufarbeitung der Altbestände der ständige Zufluss neuer. Hinzu kommt, dass die Ermittlung genauerer Angaben zu Datierung, Herkunft und Inhalten der Fotografien oft an unzureichenden personellen Ressourcen scheitern. Daher wurde von einigen Teilnehmenden vorgeschlagen, nicht mehr, wie so oft praktiziert, alle erreichbaren Fotografien aufzunehmen, sondern streng nach lokalen Bezügen auszuwählen.

Einen weiteren Schwerpunkt der Diskussion bildete die Veröffentlichung von Foto- und Filmmaterial, insbesondere im Netz. Grenzen werden einer Veröffentlichung dieser Art allerdings durch gesetzliche Vorgaben und nicht zuletzt durch das Urheber- bzw. Nutzungsrecht gesetzt. Um Fotos veröffentlichen zu können, müssen allerdings grundlegende Angaben, insbesondere zu Urhebern und Rechteinhabern, rechtssicher recherchiert werden. Viele der teilnehmenden Sammlungen sind sich der rechtlichen Rahmenbedingungen und der daraus resultierenden Verpflichtungen kaum bewusst. Hier besteht noch beträchtlicher Schulungsbedarf.

Das sehr positive Feedback der Workshop-Teilnehmenden kann als Bestätigung und Motivation für das „montan.dok 21“-Team angesehen werden, weiterhin Formate nach dem Prinzip der „Hilfe zur Selbsthilfe“ anzubieten, um „Getrenntes Bewahren – Gemeinsame Verantwortung“ als Grundlage für den zukunftsgerichteten und erfolgreichen Erhalt des materiellen Bergbauerbes zu verfestigen.

Das vollständige Workshop-Programm finden Sie hier.

Informationen zum Projekt „montan.dok 21. Überlieferungsbildung, Beratungskompetenz und zentrale Serviceeinrichtung für das deutsche Bergbauerbe“ finden Sie hier.

Text: Dr. Stefan Siemer


30. Mai 2019


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