Zwei neue Rundgänge für das Deutsche Bergbau-Museum Bochum

Neue Rundgänge

Die neue Dauerausstellung des Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen

Mit der Sanierung des Deutschen Bergbau-Museums Bochum wird auch die Dauerausstellung neu konzipiert. Bereits Ende 2018, das Jahr des Ausstiegs aus der deutschen Steinkohlenförderung, sind die ersten beiden Rundgänge im Nordflügel fertiggestellt worden. Sie vermitteln die Geschichte der deutschen Steinkohle sowie die weltweiten Beziehungen zwischen Mensch und Bergbau epochen- und spartenübergreifend und werden unseren Besucherinnen und Besuchern im Januar zugänglich gemacht. Ab Sommer 2019 werden vier Rundgänge den Besucher durch das Haus führen. Thematische Schwerpunkte vermitteln dann die Bandbreite des Leibniz-Forschungsmuseums für Georessourcen.

Objekte aus den Musealen Sammlungen des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, Leihgaben und neue Exponate werden für die Rundgänge zum Teil in neuem Licht präsentiert, durch eine Verschlankung der Exponatanzahl werden einzelne außergewöhnliche Objekte aus der früheren Dauerausstellung neu in Szene gesetzt und kontextualisiert. Jeder Rundgang erhält neben einem thematischen Schwerpunkt auch ein eigenes Gestaltungskonzept.

Vermittlung auf Augenhöhe

Mit der neuen Dauerausstellung stellt sich das Deutschen Bergbau-Museum Bochum der Herausforderung, Inhalte und Ergebnisse aus der eigenen Forschung spannend, lehrreich und informativ zu präsentieren und die diversen Zielgruppen mit verschiedenen Vermittlungsangeboten anzusprechen. Ob als interaktives Spiel, multimediale Vermittlungsstation oder Hands-on-Exponat – nachhaltig sollen die Inhalte der Dauerausstellung vermittelt werden. Ergänzend führt eine Kinderspur durch die Rundgänge, mit eigenen Exponaten und auf Augenhöhe der jüngsten Besucher.

Rundgang 1 – Vom Karbonwald bis zur Grubenwasserpumpe

Empfangen wird der Besucher von einem einzigartigen Wurzelstock aus dem Karbonzeitalter (ca. 306 Mio. Jahre) und einem raumfüllenden Ölgemälde einer Landschaft zur Steinkohlezeit (1923). Es beginnt der Rundgang, der zukünftig die Geschichte des deutschen Steinkohlenbergbaus vermittelt. Der Wurzelstock, dessen Fundort in Niedersachsen liegt, wurde im Zuge der Umbauarbeiten innerhalb des Hauses umgesetzt und aufwendig präpariert. Das Gemälde von Willy Kukuk hingegen wird erstmals im Museum gezeigt. Bisher fehlten bei den Ausmaßen von 3,30 m x 6,20 m die Möglichkeiten zur Hängung. Im weiteren Verlauf des Rundgangs erzählen rund 600 Objekte von technischen Entwicklungen, sozialen Errungenschaften sowie gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen rund um die Steinkohle in Deutschland: von der Teil- bis zur Vollmechanisierung, von dem Grubenrettungswesen und Arbeitssicherheit, von der Entstehung von Gewerkschaften und Verbänden, von sozialverträglichem Ausstieg aus der Steinkohlenförderung und den Herausforderungen einer Nachbergbauzeit.

Rundgang 2 – Von der Steinzeit bis zum extraterrestrischen Bergbau

Rohstoffe begleiten den Menschen seit jeher. Ihre Gewinnung, Verarbeitung und Nutzung haben sich und die Menschheit im Laufe der Zeit verändert. Die Erforschung dieser Themen ist Aufgabe des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, das seit 1977 mit der Aufnahme in die Blaue Liste zum Forschungsmuseum wurde. Der zweite Rundgang vermittelt dies in vielfältiger Art und Weise: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Disziplinen Archäometallurgie, Bergbaugeschichte, Materialkunde und Montanarchäologie beleuchten die Geschichte des Bergbaus von der Steinzeit über die Antike und das Mittelalter, der frühen Neuzeit über die Industrialisierung bis in die Gegenwart – und wagen am Ende auch einen Blick in die Zukunft des Bergbaus auf anderen Planeten. Dies geschieht anhand von gut 1.150 Objekten, die verdeutlichen, dass die Zusammenhänge von Mensch und Bergbau auch das Zusammenspiel von technischer Weiterentwicklung und Lösungskompetenz sowie von Wissenserwerb und Macht ist.

Im Sommer 2019 werden nach Abschluss der Arbeiten im Südflügel die beiden weiteren Rundgänge zu den Themen Bodenschätze sowie Kunst und Kultur im Bergbau zugänglich sein und das neue Dauerausstellungskonzept komplettieren. Informationen zu den Rundgängen 3 und 4 werden ebenfalls auf dieser Website veröffentlicht.

Die Sanierung des Nordflügels und die Rundgänge 1 und 2 des Deutschen Bergbau-Museums Bochum wurden im Rahmen der Initiative „Glückauf Zukunft!“ durch die RAG-Stiftung mit einer Fördersumme von 15 Millionen Euro unterstützt.

Stand: 28. November 2018