Kupfer und Gold – Prähistorischer Erzbergbau in Transsilvanien

 Kupfer und Gold – Prähistorischer Erzbergbau in Transsilvanien
Foto: Peter Thomas

Die Bronzezeit im Karpatenbecken ist eine der reichsten Epochen der europäischen Vorgeschichte. Mehrere 10.000 kg an Artefakten aus Kupfer und Bronze sowie Gold und Silber bilden das archäologische Fundmaterial und sind doch nur ein kleiner Teil dessen, was ehemals im Umlauf war. Wo die Quellen dieses Reichtums lagen, ist bis heute weitgehend ungeklärt. Verfügen die Karpaten auch über reiche Lagerstätten, so scheint zumindest in der früheren Bronzezeit zunächst Kupfer aus den rund 1.000 km entfernten Alpen bezogen worden zu sein – eine Situation, die sich erst in der fortgeschrittenen Bronzezeit um 1.200 v. Chr. änderte. Funde von Bergbaugeräten und große kupferne Gusskuchen belegen eine eigenständige Metallproduktion in den Karpaten. Exakte Parallelen zu Artefakten aus den Alpen deuten dabei auf einen intensiven Techniktransfer hin.

In dieses Bild fügen sich die Ergebnisse neuer Forschungsarbeiten ein, die im Laufe der letzten Jahre in Kooperation mit Dr. Horia Ciugudean vom Muzeul Naţional al Unirii in Alba Iulia, Rumänien, durchgeführt wurden und nun in einem PostDoc-Projekt im Rahmen der DBM Leibniz Post Graduate School: ReSoc weitergeführt werden.

Die Arbeiten konzentrieren sich auf das Bergbaugebiet von Bucium im rumänischen Apuseni-Gebirge am Westrand des Transsilvanischen Beckens. Dessen reiche Gold- und Kupfervererzungen wurden spätestens seit römischer Zeit ausgebeutet, wovon ausgedehnte Pingenzüge, Kanäle und Becken sowie Siedlungsspuren zeugen. Funde von Erzmühlen, die ihre nächsten Parallelen im bronzezeitlichen Kupfererzbergbau der Ostalpen haben, erlauben es hier aber zudem – erstmals für Rumänien – auch eine prähistorische Phase des Erzabbaus zu fassen. Durch ausgedehnte Prospektionen über- und untertage sowie durch den Einsatz von geophysikalischen Messmethoden und Bohrstockuntersuchungen wird die interne Struktur sowie die Datierung dieses mehrphasigen Bergbaugebietes erforscht. Der interdisziplinäre Ansatz von ReSoc ermöglicht es darüber hinaus, die Entstehung und Entwicklung eines Montanraumes über mehrere Epochen hinweg zu untersuchen und die damit zusammenhängenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Voraussetzungen und Auswirkungen zu beleuchten.


Projektleiter

Peter Thomas M.A.

Projektträger

Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Forschungsbereich Montanarchäologie

Kooperationspartner

Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Forschungsbereich Archäometallurgie

Ruhr-Universität Bochum, Institut für Archäologische Wissenschaften und Lehrstuhl für Makroökonomie

Muzeul Naţional al Unirii, Alba Iulia, Rumänien

Institut für Geophysik, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster

Laufzeit

Juni 2017 – Mai 2020