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Terminkalender

Montag, 5. Dezember 2016, 18:30 Uhr
Filmvorführung: “Il polline e la ruggine” / “Pollen and Rust”  
 

Filmvorführung im Rahmen der Internationalen Tagung (Post-)Industrial Narratives: Remembering Labour and Structural Change in Oral History.

Italienisch mit englischen Untertiteln
Filmdauer: 45 Minuten
Einführung und Diskussion: Roberta Garruccio (Università Statale di Milano /Associazione AVoce)

Was bedeutet die Schließung alter Industrien für die dazugehörigen Städte und Gemeinden, die häufig erst durch ihren industriellen Charakter wurden, was sie sind? Die italienische Industriestadt Sesto San Giovanni, nördlich von Mailand gelegen, war bis zum letzten Drittel des 19. Jahrhunderts noch dörflich geprägt. Mit der fortschreitenden Industrialisierung Norditaliens siedelten sich hier allerdings verschiedenste Produktionsbetriebe an. Nicht zuletzt wurde Sesto 1906 zum Konzernsitz der Falck-Gruppe und damit zu einem Zentrum der italienischen Stahlproduktion. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Stadt auf fast 100.000 Einwohner an. Gleichwohl sind heute vom wirtschaftlichen Boom vor allem Industrieruinen übrig. In den 1980er und 90er Jahren geriet Falck in eine Krise, der letztlich das Stahlwerk in Sesto San Giovanni zum Opfer fiel. Der Film „Il Polline e la Ruggine“ nimmt sich der Geschichte dieses Stahlwerks und seiner Arbeitnehmer an. Eine Forschergruppe der Universität Mailand hat mit ehemaligen Arbeitern und Angestellten des Stahlwerks, mit Frauen und Männern, die den industriellen Strukturwandel erlebt haben, ausführliche Interviews geführt und nach ihren Erinnerungen befragt. Arbeiter, Gewerkschafter und Manager erzählen von ihrem Leben mit dem Stahlwerk, vom konfliktgeladenen Prozess der De-Industrialisierung und vom Verlust, den die Schließung des Werks für die meisten von ihnen bedeutet.

Dr. Roberta Garruccio ist Dozentin am Institut für interkulturelle Kommunikation der Universität Mailand. Als Wirtschaftshistorikerin hat sie u.a. zur Mailänder Börse nach 1945 und zur Unternehmensgeschichte der Firma Olivetti gearbeitet, bevor sie sich verstärkt mit Methoden der Oral History und des ethnographischen Films beschäftigte.

Italien 2015, Regie: Riccardo Apuzzo, Autorinnen: Roberta Garruccio, Sara Roncaglia und Sara Zanisi, Produktion: Associazione AVoce

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Foto: Helena Grebe
Ort Hörsaal im DBM
Kosten der Eintritt ist frei

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