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Dienstag, 20. Dezember 2016, 19:00 Uhr
Gefährliche Nachbarschaft: Wie historisches Glas Metall angreift  
 

Prof. Dr. Gerhard Eggert, Stuttgart

Bei der Herstellung von Glas werden zur besseren Schmelzbarkeit alkalische Flussmittel wie Soda oder Pottasche zugesetzt. Bei der Reaktion historischer Gläser mit Luftfeuchtigkeit können sie wieder freigesetzt werden. Was bis vor Kurzem übersehen wurde: Wenn dann Metall in der Nähe ist, kann es in der Kontaktzone zu Korrosion kommen. An Kupfer-, Blei- und Zinklegierungen bilden sich dann besondere, oft unbekannte Korrosionsprodukte. Betroffene Objekte mit Glas-/Metallkontakt sind z.B. Limousiner Emaille, Glasgemmen mit Metallfassungen wie am Quedlinburger Otto-Adelheid-Evangeliar, Rubingläser des Grünen Gewölbes mit Silbermontierung, Taschenuhren, verglaste Daguerreotypien, Schwarzwaldschäppeln mit Glaskugeln und –perlen auf Metalldrähten und Glaskrüge mit Zinndeckel. Am DBM sind vor allem optische Instrumente mit Linsen oder Libellen in Metallfassung und bergmännisches Geleucht betroffen, wie ein aktuelles DBU-Forschungsprojekt zeigt. Daher werden auch in Laborversuchen Schutzmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit getestet.

Eggert lehrt als Chemiker Objektrestaurierung an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Seit 2006 erforscht er die Glas-induzierte Metallkorrosion an Museums-Exponaten (GIMME).

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Foto: Uwe Schuchardt
Ort Deutsches Bergbau-Museum Bochum

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