Das DBM baut um

Mit der Sanierung des Hauses und der Neugestaltung der Dauerausstellung bricht das DBM in seine Zukunft auf. Unter dem Titel Masterplan DBM 2020 sind seit geraumer Zeit hinter den Kulissen des Museums und seit Anfang 2016 auch spürbar für unsere Besucher Veränderungsprozesse im Gang. Damit die übertägigen Ausstellungshallen saniert werden können, mussten Exponate eingepackt und verlagert werden. Diese logistische Mammutaufgabe ist zu Beginn des Jahres 2017 erfolgreich bewältigt worden und die beräumten Hallen stehen dem Besucher nicht mehr zur Verfügung. In der Zwischenzeit wurde und wird hinter den Kulissen eifrig gearbeitet: Es entstanden Umbaupläne mit Architekten und die Kuratoren der neuen Rundgänge entwickeln zusammen mit Ausstellungsgestaltern die neue Dauerausstellung, kurz: das ganze DBM ist im Umbruch.

Dass dieser Prozess für unsere Besucher so angenehm wie möglich abläuft, ist uns sehr wichtig. Trotzdem begann mit den Baumaßnamen im Februar 2017 die Phase, in der Auswirkungen durch die Baumaßnahmen direkt sichtbar wurden. Einen Überblick über Auffindbarkeit und Zugänge finden Sie in unserem Lageplan.

Mit Anschauungsbergwerk und Seilfahrtsimulator, Fördergerüst sowie der Barbara-Sammlung im DBM+ werden für die Dauer des Umbaus aber zentrale Elemente unseres Hauses weiterhin für die Öffentlichkeit geöffnet sein. Ab Februar 2019 sind die Rundgänge 1 & 2 der neuen Dauerausstellung im Nordflügel für unsere Besucherinnen und Besucher an Wochenenden und Feiertagen zugänglich. Rundgang 1 vermittelt die Geschichte der deutschen Steinkohle, Rundgang 2 erzählt von den Beziehungen zwischen Mensch und Bergbau weltweit – epochen- und spartenübergreifend.

Im Südflügel wird hingegen weiter umgebaut und an der Einrichtung der Rundgänge 3 und 4 gearbeitet. Aus diesem Grund wird das Deutsche Bergbau-Museum Bochum unter der Woche weiterhin ein Museum im Umbau bleiben. Im Sommer 2019 werden nach Abschluss aller Arbeiten dann auch die beiden weiteren Rundgänge zu den Themen Bodenschätze sowie Kunst und Kultur im Bergbau zugänglich sein und das neue Dauerausstellungskonzept komplettieren. Thematische Schwerpunkte vermitteln dann die Bandbreite des Leibniz-Forschungsmuseums für Georessourcen.

Die Sanierung des Nordflügels und die Neugestaltung der Rundgänge zu den Themen Steinkohle und Mensch & Bergbau werden von der RAG-Stiftung im Rahmen des Projektes „Glückauf Zukunft!“ mit einer Fördersumme in Höhe von 15 Millionen Euro unterstützt.
Die Sanierung des Südflügels und die Neugestaltung der Rundgänge zu den Themen Georessourcen sowie Kunst & Kultur im Bergbau werden im Rahmen der Bund-Länder-Förderung (Bundesministerium für Bildung und Forschung, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen) mit der gleichen Summe unterstützt.

Das DBM bereitet seinen Umbau vor: Ein logistischer Kraftakt

Ab dem Sommer des Jahres stehen im Deutschen Bergbau-Museum Bochum (DBM) weitreichende Veränderungen an – das Haus wird ab dem kommenden Jahr sukzessive umgebaut. Damit die Umbauarbeiten bis ins Detail geplant und durchgeführt werden können, beginnt im Rahmen des „Logistikprojekts DBM“ bereits jetzt das Einpacken und Ausräumen.

Die Planung für diese konkrete Maßnahme laufen seit Februar dieses Jahres, abgeschlossen sein muss sie mit Jahreswechsel, um mit den Sanierungsarbeiten beginnen zu können. Seitens des DBM maßgeblich beteiligt am Logistikprojekt ist Dr. Michael Farrenkopf, zudem Leiter des Montanhistorischen Dokumentationszentrums (montan.dok) am DBM: „Die große Herausforderung ist, dass wir nicht nur einpacken müssen, was der Besucher täglich in unserer Ausstellung sehen kann. Eine viel größere Aufgabe sind die Musealen Sammlungen und Archivbestände hinter den Kulissen. Wir verpacken jetzt alles – von der Barbarastatue über kleinste Mineralien bis hin zur Großmaschine.“ In Zahlen heißt das: über 350.000 museale Objekte, 2 Regal-Kilometer Akten sowie eine Lauffläche von 4 km Bibliothek und Fotothek müssen in den nächsten Monaten das Haus verlassen. Ca. 30.000 Verpackungseinheiten, wie z. B. Paletten, werden dann in temporäre Zwischenlager gebracht.

Bis es soweit ist, durchläuft jedes Objekt im Museum vier Phasen:
In Phase eins muss sichergestellt werden, dass das Objekt inventarisiert ist, d.h. in einer speziellen Datenbank vermerkt ist. Es wird fotografiert und ggf. noch einmal um aktuelle Daten und Inhalte in der Datenbank ergänzt.
In Phase zwei werden die Objekte einer restauratorischen Prüfung unterzogen – kann das Objekt auf seine Reise gehen, oder bedarf es einer Behandlung durch den Restaurator? In der dritten Phase wird das Objekt dann seiner zukünftigen Bestimmung zugeordnet und mit einer entsprechenden Nummer versehen. Denn wichtig ist, dass ab sofort bis zur Neueinrichtung des Hauses jeder weiß, wo welches Stück hinkommt: Findet es seinen Platz in einem der zukünftigen Ausstellungsrundgänge oder wandert es später wieder ins Bergbau-Archiv, in die Bibliothek oder die diversen Musealen Sammlungen? All diese Optionen müssen jetzt bereits mitgedacht und geplant werden. Erst dann wird es im vierten und letzten Schritt in Folie eingewickelt, in Kisten verpackt und auf Paletten gebracht.
Bis zu acht Teams mit jeweils vier Personen arbeiten in diesem Teil des „Logistikprojekts DBM“ – jedes Team wird von einem Teamleader mit fachlicher Kompetenz geleitet. Der Prozess beansprucht gute Steuerung und wird daher auch mit externer Hilfe unterstützt.

Damit der ganze Ablauf reibungslos vonstatten geht, werden derzeit ausgewählte Hallen für den Besucher gesperrt und als Zwischenlager für die Paletten genutzt. Diese Maßnahmen sind notwendig, um in der Kürze der Zeit die Vorbereitungen zum Umbau für alle beteiligten Seiten so reibungslos wie möglich ablaufen zu lassen. „Der Prozess ist so komplex und detailliert, dass wir ihn täglich überprüfen und aktualisieren müssen. Einige Abschnitte lassen sich schneller verpacken als gedacht, andere entwickeln im Moment des Verpackens ein Eigenleben“, so Dr. Michael Ganzeleweski, Bereichsleiter Sammlungen im montan.dok.

Bitte informieren Sie sich daher zeitnah vor Ihrem Besuch, wie der Umbau sich aktuell auf Ihren Besuch auswirkt:
www.bergbaumuseum.de oder telefonisch (im Rahmen der Öffnungszeiten) unter: Tel +49 (234) 5877 126.

Die bevorstehende Sanierung des Nordflügels und die Neugestaltung der Dauerausstellung wird von der RAG-Stiftung im Rahmen des Projektes „Glückauf Zukunft!“ mit einer Fördersumme in Höhe von 15 Millionen Euro unterstützt.



18. Juli 2016