Eröffnung des Seilfahrtsimulators

Eröffnung des Seilfahrtsimulators

Tuesday, 04 February 2014

Fachlicher Ansprechpartner

Dr.-Ing. Siegfried Müller
Stellvertretender Direktor
0234 5877 114
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Ansprechpartnerin

Eva Paasche
Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit
0234 5877 141
0160 97820730
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„Erlebnis Tiefe“ - Eröffnung des Seilfahrtsimulators

Es ist so weit: Ab dem 9. Februar 2014 ist der Seilfahrt-Simulator – die neue Attraktion unter Tage – für die Öffentlichkeit zugänglich!

Besucher erleben hautnah und mitten im Geschehen dieperfekte Illusion einer Förderkorb-Fahrt bis in 1200 m Tiefe.
Im bislang unzugänglichen Teil des Anschauungsbergwerks geht es zunächst vorbei am abgesoffenen „Blindschacht“ aus den 1960er Jahren, der über eine illuminierte Unterwasser-Inszenierung verfügt und eine ganz besondere Atmosphäre vermittelt. Ein „Fördermaschinist“ stimmt auf die bevorstehende Fahrt ein, bevor es im Förderkorb mit Hilfe von High-Tech-Komponenten wie Hydraulikplattform, synchroner Beamerprojektion, Bildschirmdarstellung und Soundsystem sowie Spezialventilation in schneller Fahrt mit Rütteln und authentischer Geräuschkulisse abwärts geht. Unten angekommen, führt der Weg durch eine Wetterschleuse, in der die Besucher kurzfristig die hohe Temperatur verspüren, die in 1200 m Tiefe herrscht. Dann führt der Weg weiter durch das klimatisierte Anschauungsbergwerk.

Wie fühlt es sich an, in einem Förderkorb zu fahren? Erleben Sie es selbst in einer Attraktion, die in Deutschland einmalig ist!

Am 9. Februar 2014 können Besucher von 11.00-16.00 Uhr erstmals den Seilfahrt-Simulator befahren. Künstler des Improvisationstheaters „Die Hottenlotten“ begrüßen das Publikum und stimmen auf die bevorstehende Seilfahrt ein. Unter Tage treffen die Besucher auf echte Kumpel, die von ihren Erfahrungen aus der Arbeitswelt erzählen. Ab 14.00 Uhr gibt es Gelegenheit, Schauspieler Norbert Heisterkamp nicht nur im Film des Simulators, sondern auch live zu begegnen.

Seilfahrt
Bergwerke unter Tage werden hierzulande gewöhnlich durch senkrechte Schächte von der Erdoberfläche aus erschlossen. Als Transportmittel für Personen und Material dient der Förderkorb, eine Art robuste Aufzugskabine, die an einem Seil im Schacht hängt und von einer Fördermaschine auf- bzw. abwärts bewegt wird. Die An- und Ausfahrt der Bergleute im Förderkorb wird als Seilfahrt bezeichnet. Die Seilfahrt ist eine erlebnisreiche Angelegenheit, da sich der Förderkorb mit hoher Geschwindigkeit, mit mancherlei Erschütterungen und dadurch zuweilen geräuschvoll durch den dunklen Schacht bewegt und dabei nur wenig Schutz vor Fahrtwind bietet.

In echten Bergwerken gibt es für die Anfahrt zuweilen Altersbeschränkungen (16-60 Jahre). Im Deutschen Bergbau-Museum können hingegen alle Besucher mit Hilfe des barrierefreien Simulators eine fiktive, aber dennoch realitätsnahe Seilfahrt bis in rd. 1200 m Teufe erleben.

Auf dem Weg zum Simulator betreten die Besucher zunächst das bisher für die Öffentlichkeit nicht zugängliche „Nordfeld“. Ihr Weg führt sie zu einem beleuchteten, abgesoffenen Blindschacht. Diesen können Besucher über einen Steg passieren und in etwa 11 m Tiefe das geheimnisvoll schimmernde Gezähe von Bergleuten entdecken.

In der dahinter liegenden Wartezone bereitet ein „Fördermaschinist“, gespielt vonMartin Lindow, in einem Film auf die bevorstehende Seilfahrt vor. Danach besteigen die Besucher den Förderkorb, und sobald das Schachtsignal ertönt ist, geht es los. Der Förderkorb wird mit Hydraulik- und Druckluftzylindern so bewegt, dass er eine schnelle Fahrt hinab in die Tiefe des Bergwerks vermittelt. Dabei werden auf der etwa dreiminütigen Fahrt die zulässigen 12 m/s allerdings nicht überschritten. Horizontale Bewegungskomponenten erzeugen zusätzlich ein Rütteln, das von einer authentischen Geräuschkulisse begleitet wird. Über Monitore an den Seitenwänden des Förderkorbes werden synchron bewegte Bilder gezeigt, die den Fahreindruck unterstützen. Die zusätzlich an den Seiten des Förderkorbes aufströmende Luft lässt die Fahrt in die Tiefe zu einem Erlebnis werden, das mit allen Sinnen erfahren wird.

Nach der Seilfahrt verlassen die Besucher den Förderkorb und passieren auf der Abstiegsseite die sogenannte Wetterschleuse, die verschiedene Luftströme (Wetter = Luft) voneinander trennt. Durch die deutlich höhere Temperatur erscheint eine Teufe von etwa 1200 m noch realistischer.

Ursprünge
Die Ursprünge des Gedankens einer Seilfahrt im Anschauungsbergwerk gehen bis in die 1960er Jahre zurück. Man wollte damals durch das Abteufen eines Blindschachtes tiefere Bereiche im sogenannten Nordfeld des Anschauungsbergwerkes erschließen. Die Arbeiten mussten allerdings eingestellt werden, da die Wasserzuflüsse im Schacht zu groß waren, um die tieferen Grubenbereiche dauerhaft vor einem Absaufen zu bewahren.

Ende der 1990er Jahre wurde der Gedanke der Seilfahrt wieder aufgegriffen, nun allerdings in Form einer Simulation. In jahrelanger Arbeit wurde die Infrastruktur im brachliegenden Nordfeld des Anschauungsbergwerkes derart erweitert und ertüchtigt, dass dort ein barrierefreier Rundweg für Besucher eingerichtet werden konnte.

Zudem bewettert und entfeuchtet nun eine inzwischen installierte Klimazentrale unter Tage das Anschauungsbergwerk, wodurch der dauerhafte Betrieb der anspruchsvollen Antriebs- und Projektionstechniken eines Simulators erst möglich wurde.

Realisierung
Nach Anerkennung der Projektskizze „Mythos Teufe – Bergbau mit den Sinnen erleben“ beim Erlebniswettbewerb NRW wurde im Frühjahr 2012 für die Beschaffung des Simulators von der Bezirksregierung Arnsberg eine finanzielle Förderung mit Mitteln der Europäischen Union bewilligt. Die Arbeiten wurden in Eigenleistung der Grubenhandwerker des Deutschen Bergbau-Museums sowie durch Fremdleistungen vorgenommen.

Einweihung
An der Einweihung vor der Eröffnung nahmen folgende Personen teil:

Herr Peter Schrimpf
stellvertretender Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft
Frau Bärbel Bergerhoff-Wodopia
Mitglied des Vorstandes der RAG-Stiftung
Herr Michael Townsend
Stadtdirektor der Stadt Bochum
Herr Manfred Freitag
Geschäftsführer der DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH
Herr Rainer Kost
Geschäftsführer des DMT e.V.
Herr Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff
Direktor des Deutschen Bergbau-Museums
Herr Dr.-Ing. Siegfried Müller
stellvertretender Direktor und Leiter Technik & Infrastruktur