Gewinner des 6. Geschichtswettbewerbs stehen fest

Gewinner des 6. Geschichtswettbewerbs stehen fest

Tuesday, 15 July 2014

Eva Paasche

Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit

0234 5877 141
0160 97820730
This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

85 Auszeichnungen / 4 Sonderpreise zur Geschichte des Bergbaus

Insgesamt 85 Preise hat die Jury des 6. Geschichtswettbewerbs im Ruhrgebiet vergeben. Vier davon waren Sonderpreise zur Geschichte des Bergbaus. Der Wettbewerb wird seit 1991 mit finanzieller Unterstützung verschiedener Institutionen durchgeführt, dieses Mal mit Unterstützung der Nordrhein-Westfalen-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege, der Stiftung Kulturhauptstadt Ruhr.2010, der Stiftung Mercator GmbH sowie des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, der Hans-Böckler-Stiftung, des Ruhr Museums und der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur.

Das Motto lautete WAR WAS? Heimat im Ruhrgebiet – Erinnerungsorte und Gedächtnisräume. Gefragt waren Arbeiten, die sich historisch-kritisch mit dem schillernden Begriff „Heimat“ auseinandersetzen oder sich mit den Erinnerungsorten des Ruhrgebiets beschäftigten. Insgesamt waren 326 Beiträge von 293 Geschichtsbegeisterten bei der Jury eingegangen. Viele davon zu lokal- oder regionalgeschichtlichen Themen, viele aber auch mit der eigenen Biografie oder Familiengeschichte. Eingereicht wurden ganz unterschiedliche Darstellungsformen: Texte, Tondokumente, Fotos oder Filme.

Die Auszeichnungen wurden in den Kategorien Schüler, historisch Interessierte sowie professionell Arbeitende im Wissenschafts- bzw. Medienbereich vergeben, zudem gab es Sonderpreise. Der Wettbewerb ist mit insgesamt knapp 40.000 Euro Preisgeld dotiert.

Dr. Michael Farrenkopf, Leiter des Montanhistorischen Dokumentationszentrums (montan.dok), überreichte bei der Preisverleihung am Freitag (26.06) im Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen die vier, mit je 550 EUR dotierten Sonderpreise. Einen davon an Ralf Piorr, Herausgeber des Bandes „VOR ORT ‒ Geschichte und Bedeutung des Bergbaus in Herne und Wanne-Eickel“. Mit dieser modern und aufwändig gestalteten Bergbaugeschichte Wernes und Wanne-Eickels wurde eine Übersicht von Erinnerungsorten erstellt, die in beiden Städten eng mit dem Bergbau verbunden sind. Ralf Piorr ist nach Meinung der Jury, der auch Michael Farrenkopf angehörte, eine auch optisch überaus ansprechende Verbindung von Industrie-, Sozial- und Alltagsgeschichte gelungen. Den 2. Sonderpreis zur Geschichte des Bergbaus konnten Reiner Jacob und die AG "Bergbaugeschichte im Hattinger Raum" für ihr „Fahrbuch der Steinkohlenzeche Neuglück in Breuerssiepen 1832 bis 1834“ entgegen nehmen. Das Notizbuch eines Bergrevierbeamten hatten sie eigens für den Geschichtswettbewerb bearbeitet und veröffentlicht. Die Hattinger ehrenamtlich Engagierten und historisch Interessierten haben laut Jury sehr solide recherchiert und durch die Gegenüberstellung von historischen mit den gegenwärtig noch auffindbaren Überresten Erinnerungsorte der lokalen Bergbaugeschichte kenntlich gemacht. Heinz Assmann und der IGBCE-Ortsgruppe Bockum-Hövel ‒ Geschichtskreis Zeche Radbod überreichte Michael Farrenkopf einen weiteren Sonderpreis. Ihr Buch „Menschen, Zechen und soziale Stätten des Ruhrbergbaus im östlichen Revier. Solide Basis für die Zukunftsgestaltung“ beschreibt die Entwicklung, den Aufstieg und Niedergang des Bergbaus im östlichen Ruhrgebiet, der mit der Schließung des Bergwerks Ost in Hamm am 30. September 2010 zu Ende gegangen war. Die Jury befand die umfangreiche, solide recherchierte lokale Bergbaugeschichte als auszeichnungswürdig, weil ihre Autoren am Ende des Bergbaus im östlichen Ruhrgebiet dessen Orte und Akteure und damit zugleich die gegenwärtige Erinnerung an diese rund 150-jährige Geschichte erfasst haben. Dr. Dagmar Kift vom LWL-Industriemuseum stand als 4. Preisträgerin an diesem Abend auf der Bühne des Hans-Sachs-Hauses. In „Die Männerwelt des Bergbaus“ hatte auch sie sich mit dem Bergbau befasst, allerdings mit einem kultur- und gendergeschichtlichen Ansatz dessen Selbstverständnis beleuchtet. Nach dem Urteil der Jury handelt es sich um die erste Publikation, die in dieser Art und Weise den Bergbau als Welt von Männern in den Blick nimmt und damit einen wichtigen Beitrag zu einer Geschlechtergeschichte des Ruhrgebiets darstellt.

Und das Deutsche Bergbau-Museum Bochum bzw. seine Mitarbeiter waren Preisträger beim 6. Geschichtswettbewerb. So erhielten Dr. Stefan Przigoda, Prof. Dr. Rainer Slotta, Dr. Wilhelm Busch und Frau Dr. Kristina Pegels-Hellwig als Herausgeber und Autoren der dreibändigen Publikation „Das architektonische Werk der Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer“ einen 2. Preis in der Kategorie der „Wissenschaftlich Arbeitenden“. Dr. Stefan Moitra wurde für „Tief im Westen. Ein Jahrhundert Steinkohlenförderung am linken Niederrhein. Von Friedrich Heinrich bis zum Bergwerk West“ mit einer „Besonderen Erwähnung“ ausgezeichnet und das Ausstellungs- und Buchprojekt „Fremd(e) im Revier!? – Zuwanderung und Fremdsein im Ruhrgebiet“, an dem auch das Montanhistorische Dokumentationszentrum (montan.dok) beteiligt war, wurde mit dem 1. Preis in der Kategorie der „Wissenschaftlich Arbeitenden“ prämiert.

Address

Am Bergbaumuseum 28
44791 Bochum

Reception
Tel +49 (234) 5877 0
Fax +49 (234) 5877 111

Visitor information
Tel +49 (234) 5877 126/128
(except mondays)

Opening hours

Mon
closed
Tue – Fri
8:30 – 17:00
Sat – Sun
10:00 – 17:00

Prices

Adults
6,50 €
Concessions
3,00 €
Family card
14,00 €
Annual membership card
15,00 €
Annual membership
card for families
30,00 €
RUHR.VISITORCENTER