Pressemitteilung: „Authentizität und industriekulturelles Erbe“ "Gemeinsame Tagung der TU Bergakademie Freiberg, des Deutschen Bergbau-Museums Bochum und des Leibniz-Forschungsverbundes Historische Authentizität

Foto: Nikolai Ingenerf

Vom 27. bis 29. April treffen sich an der TU Bergakademie Freiberg in der Alten Mensa Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen zu einem fachlichen Austausch über Erinnerungskulturen und –orte, Prozesse sowie Fragen der Authentisierung und der Echtheit in Bezug auf industriekulturelles Erbe. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Montanregionen im europäischen und internationalen Vergleich. Vor Tagungsbeginn wird am 27. April um 11 Uhr zu einem Pressegespräch eingeladen.g am DBM bedeuten kann.

Die De-Industrialisierungsprozesse seit den 1970/80er Jahren führten in den altindustriellen Kernregionen Westeuropas und Nordamerikas zu erheblichen sozio-ökonomischen Verwerfun-gen. Der ökonomische und soziale Strukturwandel fand seine kulturellen Entsprechungen in der post-industriellen „Landschaftsreparatur“ und in der „Musealisierung“ industrieller Hinterlassenschaft. Die Strategien der In-Wert-Setzung des industriekulturellen Erbes ließen neue Orte und Landschaften der Erinnerung entstehen, die zu zentralen Ankerpunkten regionaler, post-industrieller Identitäten wurden. Essentiell für die In-Wert-Setzungs-Prozesse wurde die Authentizität des industriekulturellen Erbes.

„Der Begriff der Industriekultur ist mittlerweile in aller Munde“, so Mitausrichter der Tagung Dr. Michael Farrenkopf, Mitglied im Direktorium des DBM und Leiter des Montanhistorischen Dokumentationszentrums (montan.dok). „Dahinter steckt natürlich in hochkomplexer Bewertungsvorgang, der in starkem Maß politischen und ökonomischen Gesichtspunkten unterworfen ist. Im Ruhrgebiet haben wir dabei eine gewisse Vorreiterrolle übernommen, wie durch Industriekultur und Fragen des Authentischen neue Identitäten entstehen können und/oder sollen.“

Die Fragestellung nach Transformation und Authentizität, die erst seit einigen Jahrzehnten, also vergleichsweise kurz beforscht wird, ist daher der Ausgangspunkt der Tagung. In sechs Themenclustern beschäftigen sich die internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Donnerstag, 27. April, ab 14 Uhr und Freitag, 28. April ab 08.45 Uhr mit Grenzen und Räumen des Authentischen, mit Industriekultur als (Bau-)Denkmal und Industriekultur als UNESCO-Weltkulturerbe. Wie geht man mit den wertlos, weil funktionslos gewordenen industriellen Hinterlassenschaften um? Wer bewertet nach welchen Parametern was als authentisch und bewahrenswert eingestuft werden kann? Gibt es dabei regionale oder nationale Unterschiede? Ist die Frage nach Authentizität auch mit einer Frage nach Ästhetik zu verbinden? Schafft Industriekultur identitätsstiftende Elemente? Gibt es dabei regionale Unterschiede? Die Tagung schließt am Samstag, 29. April, mit einer Exkursion in das Bergbaumuseum Oelsnitz/ Erzgebirge ab.

„Die Tagung bringt hier in Freiberg zwei durch Montanindustrie geprägte Regionen nun auf wissenschaftlicher Ebene zueinander. Wir freuen uns, dass wir mit dem DBM als Forschungsmuseum und dem montan.dok im Speziellen einen starken Partner in Fragen der Montangeschichte und vor allem auch der In-Wert-Setzung und Bewahrung industriellen Erbes an unsere Seite haben“, freut sich Prof. Dr. Helmuth Albrecht, Lehrstuhlinhaber am IWTG der TU Bergakademie Freiberg.

Das gesamte Tagungsprogramm finden Sie hier:
http://www.bergbaumuseum.de/tagungen

Vor der Tagung laden wir interessierte Medienvertreter zu einem Pressegespräch mit den beiden Projektleitern Prof. Helmuth Albrecht, Lehrstuhl für Technikgeschichte und Industriearchäologie am IWTG, und Dr. Michael Farrenkopf, DBM-Direktoriumsmitglied und Leiter des montan.dok, ein:
Donnerstag, 27. April, 11 Uhr, IWTG, Silbermannstr. 2, EG

Um kurze Rückmeldung bis Mittwoch, 26. April per Mail an presse@zuv.tu-freiberg.de wird gebeten.

Die Tagung „Authentizität und industriekulturelles Erbe – Identitäten, Grenzen, Objekte und Räume“ findet im Rahmen des von der RAG-Stiftung geförderten Forschungsprojekts „Vom Boom zur Krise – Der deutsche Steinkohlenbergbau nach 1945“ statt und ist Teil der Themenlinie 2 „Transformation von Industrielandschaften“. Weitere Informationen zum Projekt unter:
www.bergbaumu-seum.de/index.php/de/forschung/projekte/sgm-boom-krise