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Prähistorischer Salzbergbau: Eine experimentalarchäologische Annäherung

Das sogenannte „Staberer Werk“ im Dürrnberg bei Hallein, ca. 1,5 Kilometer weit im Berg. Foto: Gero Steffens

Archäologinnen und Archäologen der Ruhr-Universität Bochum und des Deutschen Bergbau-Museums Bochum haben zusammen mit einem Restaurator des Römisch- Germanischen Zentralmuseums, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie, mittels verschiedener experimentalarchäologischer Ansätze durch den praktischen Einsatz die Nutzung und Abnutzung der Abbaugeräten vom Dürrnberg (Österreich) und Douzlākh (Iran) rekonstruiert. Entstanden ist ein Video.

Katja Kosczinski (Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen) und Philipp Vollmer (Ruhr-Universität Bochum) haben zusammen mit dem Schmied und angehenden Restaurator Ralf Eßwein (Römisch- Germanisches Zentralmuseum, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie, Mainz) einen kleinen Arbeitskreis gebildet. Mittels verschiedener experimentalarchäologischer Ansätze sollte die Nutzung und Abnutzung der Abbaugeräte vom Dürrnberg (Österreich) und Douzlākh (Iran) durch den praktischen Einsatz rekonstruiert werden.

In der ersten Phase des Experiments wurden detailgetreue Rekonstruktionen der Abbaugeräte hergestellt. Hierbei standen vor allem die Fragen nach dem Herstellungsprozess und den einzelnen Techniken im Vordergrund. 

Für die darauffolgenden Abbauexperimente standen nun unterschiedliche Gerätetypen zur Verfügung. Der Dürrnberg bei Hallein diente als Ausführungsort für die Abbauversuche. In dieser Phase lag der Fokus auf den Abnutzungs- und Bruchspuren sowie der Frage, warum häufig die gleichen Fragmente bestimmter Werkzeuggruppen im Fundgut wiederzufinden sind. Des Weiteren sollte der Arbeitsablauf rekonstruiert werden.

Um diese Anforderungen zu erfüllen und sich ihnen auf wissenschaftlicher Ebene anzunähern haben die beiden Forschenden ein experimentalarchäologisches Protokoll zur Dokumentation des Abbauexperiments entwickelt, welches unter anderem einzelne Einsatzzeiten, Verschleiß und angewandte Abbautechnik dokumentierte.

Nun konnten die Abbaugeräte unter Tage zum Einsatz kommen. Im Versuch gelang es nicht nur mehrere Kilo Stücksalz zu gewinnen, sondern auch unterschiedliche Abbautechniken sowohl zu entwickeln als auch in ihrer Effektivität zu bewerten. Am Ende des Experiments folgte eine detaillierte Aufnahme der Spuren sowohl am Abbaugerät als auch an der Abbauwand.

Die Versuche zeigten deutlich, welche Merkmale als Bearbeitungsspuren und welche als Nutzungsspuren zu deuten sind. Dies war ein wichtiger Schritt zum Verständnis des Herstellungsprozesses. In Bezug auf die Technik ergab sich im Experiment, dass der Kraftaufwand zwar nicht zu unterschätzen ist, jedoch die Handhabung und Erfahrungswerte ebenso wichtig sind.

So unterschiedlich die beiden im Versuch angewandten Arbeitsgeräte doch sind, dienten sie in aller erster Linie dem gleichen Zweck: dem möglichst effektiven Salzabbau. Das erarbeitete Protokoll soll in Zukunft auch anderen interessierten Forschenden zur Verfügung stehen und den Zugriff auf experimentelle Daten erleichtern. Die Ergebnisse dieses Experiments waren sehr aufschlussreich und zudem Motivationsbasis für weitere Abbauversuche zum prähistorischen Salzbergbau.

Das Video zum Forschungsprozess finden Sie hier.

Projektbeteiligte:

Wenn Sie wissen möchten, wie der Arbeitskreis seinen Anfang fand, besuchen Sie auch den Stiegenblog der archäologischen Forschung Hallstatt.

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