Neue Dauerausstellung: Vier Rundgänge für das Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen

Die neue Dauerausstellung des Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum befand sich zwischen 2016 und 2019 im Wandel: Mit der Sanierung des Museums wurde auch die Dauerausstellung neu konzipiert. Vier Rundgänge führen die Besucherinnen und Besucher ab dem 16. Juli durch das Haus: Steinkohle, Bergbau, Bodenschätze und Kunst vermitteln damit die Bandbreite des Leibniz- Forschungsmuseums für Georessourcen. Für die Besucherinnen und Besucher wird die neue Dauerausstellung mit einem Museumsfest am 13. und 14. Juli eröffnet.

Mit der neuen Dauerausstellung stellt sich das Deutsche Bergbau-Museum Bochum der Herausforderung, Inhalte und Ergebnisse aus der eigenen Forschung spannend, lehrreich und informativ zu präsentieren und die diversen Zielgruppen mit verschiedenen Vermittlungsangeboten anzusprechen. Ob als interaktives Spiel, multimediale Vermittlungsstation oder Hands-on-Exponat – nachhaltig sollen die Inhalte der Dauerausstellung vermittelt werden. Ergänzend führt eine Kinderspur durch die Rundgänge, mit eigenen Exponaten und auf Augenhöhe der jüngsten Besucherinnen und Besucher.

Über 3.000 Exponate – darunter Objekte des Montanhistorischen Dokumentationszentrums des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, Leihgaben und neue Exponate – werden für die vier Rundgänge in neuem Licht präsentiert. Eine Verschlankung der Exponatanzahl setzt einzelne außergewöhnliche Objekte aus der früheren Dauerausstellung neu in Szene und stellt eine veränderte Kontextualisierung her. Jeder der vier Rundgänge erhielt neben einem thematischen Schwerpunkt auch ein eigenes Gestaltungskonzept.

Mit dem Anschauungsbergwerk und dem Seilfahrtsimulator werden die Einblicke in die vielfältigen Facetten des Bergbaus im Deutschen Bergbau-Museum Bochum weiterhin auch unter Tage vermittelt. Auf dem gut 1,2 km langen untertägigen Streckennetz erhalten die Besucherinnen und Besucher Eindrücke vom Alltag unter Tage und technikhistorischen Entwicklungen im (Steinkohlen-)Bergbau. Vom Fördergerüst der ehemaligen Zeche Germania aus, dem größten Exponat des Hauses, reicht der Blick schließlich weit über das Ruhrgebiet und die durch die Zechenlandschaft geprägte Region.

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum ist eines von acht deutschen Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft. Erforscht, vermittelt und bewahrt wird epochenübergreifend die Geschichte der Gewinnung, Verarbeitung und Nutzung von Georessourcen. Zu den forschenden Bereichen gehören: Archäometallurgie, Bergbaugeschichte, Materialkunde, Montanarchäologie sowie das Forschungslabor und das Montanhistorische Dokumentationszentrum (montan.dok) .

Die Sanierung des Nordflügels und die Neugestaltung der Rundgänge Steinkohle und Bergbau wurden von der RAG-Stiftung im Rahmen des Projektes „Glückauf Zukunft!“ gefördert. Die Sanierung des Südflügels und die Neugestaltung der Rundgänge Bodenschätze und Kunst wurden im Rahmen der Bund-Länder-Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Beide Maßnahmen wurden zudem gefördert durch die Träger des Hauses: die Stadt Bochum und die DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH.


STEINKOHLE. MOTOR DER INDUSTRIALISIERUNG

Empfangen werden die Besucherinnen und Besucher von dem Stammrest eines Schuppenbaumes aus dem Karbonzeitalter (ca. 306 Mio. Jahre) und einem raumfüllenden Ölgemälde einer Landschaft zur Steinkohlezeit (1923). Mit dem Prolog beginnt der Rundgang, der die Geschichte des deutschen Steinkohlenbergbaus vermittelt. Denn wohl kaum ein anderer Wirtschaftszweig wie der Steinkohlenbergbau prägte so nachhaltig Geschichte, Wirtschaft, Umwelt, Sozialleben und Kultur.

Im Verlauf des Rundgangs erzählen rund 600 Objekte von technischen Entwicklungen, sozialen Errungenschaften sowie gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenhängen rund um die Steinkohle in Deutschland: von der Teil- bis zur Vollmechanisierung, von dem Grubenrettungswesen und der Arbeitssicherheit, von der Entstehung von Gewerkschaften und Verbänden, von sozialverträglichem Ausstieg aus der Steinkohlenförderung und den Herausforderungen einer Nachbergbauzeit. Der Rundgang mündet im Epilog mit einem Blick in Gegenwart und Zukunft der Metropole Ruhr.


BERGBAU. STEINZEIT MIT ZUKUNFT

Rohstoffe begleiten den Menschen seit jeher. Ihre Gewinnung, Verarbeitung und Nutzung haben sich und die Menschheit im Laufe der Zeit verändert. Die Erforschung dieser Themen ist Aufgabe des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, das seit 1977 mit der Aufnahme in die Blaue Liste zum Forschungsmuseum wurde.

Der zweite Rundgang vermittelt dies in vielfältiger Art und Weise: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Disziplinen Archäometallurgie, Bergbaugeschichte, Materialkunde und Montanarchäologie beleuchten die Geschichte des Bergbaus von der Steinzeit über die Antike bis in das Mittelalter, der Frühen Neuzeit über die Industrialisierung bis in die Gegenwart – und wagen am Ende auch einen Blick in die Zukunft des Bergbaus tief in der See oder im Weltraum. Dies geschieht anhand von gut 1.150 Objekten, die verdeutlichen, dass das Verhältnis des Menschen zum Bergbau auch das Zusammenspiel von technischer Weiterentwicklung und Lösungskompetenz sowie von Wissenserwerb und Macht ist.


BODENSCHÄTZE. RESSOURCEN DER ERDE

Bodenschätze sind – mit Ausnahme von Wasser – alle festen, gasförmigen oder flüssigen mineralischen Rohstoffe, die in natürlichen Ablagerungen oder Ansammlungen, den sognannten Lagerstätten, vorkommen. Man findet sie in oder auf der Erde, im Wasser, auf dem Meeresgrund und im Meeresuntergrund. Ihre Vorkommen sind endlich. Doch für den Menschen haben sie einen hohen Nutzen, die heutige technikorientierte Welt wäre ohne Georessourcen nicht mehr denkbar. Damit hat ihre bergbauliche Gewinnung über und unter Tage auch einen hohen wirtschaftlichen Wert. Der Rundgang beginnt mit geowissenschaftlichem Basiswissen: Wie alt ist die Erde? Was sind Minerale und Gesteine? Wie und wo entstehen Lagerstätten? Im Rohstofflabor werden dann Vorkommen und Nutzung an Mitmachstationen unter die Lupe genommen. Denn nicht immer lässt sich Rohstoffeinsatz auf den ersten Blick erkennen, Vielfalt und Einsatzmöglichkeiten sind immens. Doch die Nutzung von Georessourcen hat Vor- und Nachteile. Ihre Nutzung ist auch eine Frage der Verantwortung.


KUNST. IDEAL UND WIRKLICHKEIT

Bergbau und Kunst sind eng miteinander verbunden, ohne dass die Branche je zentrales Motiv der bildenden Kunst wurde. Im 17. und 18. Jahrhundert hatte Bergbau für die Herrscherhöfe große wirtschaftliche Bedeutung, eine Fülle bergbaulicher Prunkgegenstände entstand. Mit der Industrialisierung rückten dann Bergleute und der wachsende Industriezweig selbst in den Fokus. Kunstwerke entstanden ebenso aus eigener Verbundenheit mit der Branche wie als konkrete Auftragsarbeit. Der Rundgang gliedert sich nach den Merkmalen des Bergbaus, greift sie motivisch auf. Die Bandbreite reicht von Werken renommierter Kunstschaffender bis hin zur Laienkunst, präsentiert mit Exponaten des 17. bis zum beginnenden 21. Jahrhundert. Skulpturen, Gemälde und Grafiken werden durch kunstgewerbliche und -handwerkliche Objekte ergänzt. Bewusst erfolgt keine Hierarchisierung von Kunst. Vielmehr fragt der Rundgang nach der Bedeutung der Kunstwerke für bestimmte Personenkreise und rückt damit die diversen Motivationen, Kunst zu schaffen, in Auftrag zu geben und auszustellen, in den Mittelpunkt.


Stand: 05. Juli 2019

Internationales Geothermiezentrum zu Gast im Deutschen Bergbau-Museum Bochum

Foto: Helena Grebe

Das Internationale Geothermiezentrum (GZB) mit Sitz in Bochum eröffnet am 19. September 2019 im „Schaufenster der Georessourcen“ im Deutschen Bergbau-Museum Bochum (DBM) die Ausstellung „Vom Kohlebergbau zum Wärmebergbau“. Das GZB wird in den kommenden zwei Jahren sein Wissen aus Forschung, Entwicklung und Anwendung in der Ausstellungseinheit „Schaufenster der Georessourcen“ mit den Besucherinnen und Besuchern des DBM teilen und den Blick in die Zukunft der Energieversorgung und insbesondere der Geothermie ermöglichen.

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Museumsfest beendet: Gäste kamen aus ganz NRW

Foto: Helena Grebe

Das Deutsche Bergbau-Museum hat am 13. und 14. Juli 2019 gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern aus dem Ruhrgebiet und ganz Nordrhein-Westfalen die Wiedereröffnung nach gut dreijährigem Umbau gefeiert: Insgesamt rund 6.500 Besucherinnen und Besuchern besuchten am ersten NRW-Ferienwochenende bei freiem Eintritt das Musemsfest mit Führungen, Musik, Walking Acts und Präsentationen der Abteilung Forschung. Die Gäste mit der weitesten Anreise kamen aus Neuseeland.

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Neue Dauerausstellung komplettiert: Vier Rundgänge ab 13. Juli geöffnet

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum befand sich zwischen 2016 und 2019 im Wandel: Mit der Sanierung des Museums wurde auch die Dauerausstellung neu konzipiert. Der Umbau der Museumsräume und die Umsetzung der neuen Dauerausstellung sind nun erfolgreich abgeschlossen. Vier Rundgänge führen ab Mitte Juli durch das Haus: Steinkohle, Bergbau, Bodenschätze und Kunst vermitteln damit zukünftig die Bandbreite des Leibniz-Forschungsmuseums für Georessourcen. Zur Eröffnung lädt das Museum am 13. und 14. Juli zu einem Museumsfest bei freiem Eintritt ein.

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Festveranstaltung anlässlich der neuen Dauerausstellung

Foto: Julica Bracht

In Anwesenheit der Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen Isabel Pfeiffer-Poensgen, des Oberbürgermeisters der Stadt Bochum Thomas Eiskirch und des Präsidenten der Leibniz-Gemeinschaft Prof. Dr. Matthias Kleiner wurde am 10. Juli 2019 im Deutschen Bergbau-Museum Bochum mit einer Festveranstaltung die neue Dauerausstellung des Leibniz-Forschungsmuseums für Georessourcen eingeweiht. Geladen waren rund 150 Gäste aus Politik und Wissenschaft.

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Museumsfest zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung

Nach gut dreijähriger Umbauzeit ist es geschafft: Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum lädt am 13. und 14. Juli 2019 mit einem Museumsfest zur Eröffnung seiner neuen Dauerausstellung. Die vier Rundgänge Steinkohle, Bergbau, Bodenschätze und Kunst bilden nun die thematischen Schwerpunkte des neuen Dauerausstellungskonzepts und führen Besucherinnen und Besucher in die vielfältigen Welten des Bergbaus im Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen. Der Eintritt ist frei.

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