Der Anschnitt - Ausgabe 3-4/2026

ISSN 0003-5238
Einzelheft 9,– €
Doppelheft 18,– €
Jahresabonnement (6 Hefte) 54,– €

DER ANSCHNITT kann über die Vereinigung der Freunde des Deutschen Bergbau-Museums Bochum e.V. bezogen werden.

Kontakt: Sabine Birnfeldsabine.birnfeld@bergbaumuseum.de,  +49 (0)234-5877 193

 

Zusammenfassung:

Die Beleuchtung der Grubengebäude zählt seit Anbeginn des Bergbaus zu seinen elementaren Grundlagen. Nachdem es um die wissenschaftliche Betrachtung des Themas zwischenzeitlich etwas ruhiger geworden war, gewinnt es seit einigen Jahren wieder eine größere Aufmerksamkeit. Das neue Heft des Anschnitts widmet der Grubenbeleuchtung zwei Beiträge.

Dr. Gabriele Körlin und Dr. Peter Thomas vom Forschungsbereich Montanarchäologie des Deutschen Bergbau-Museums Bochum betrachten in ihrem Titelbeitrag Lampennischen im 2024 entdeckten römischen Stollen in Haneş im Bergbaugebiet von Almaşu Mare (Rumänien), in dem Goldbergbau umging. Besonders auffällig ist die große Anzahl von rund 70 Lampennischen in unterschiedlichen Größen und Formen auf einer Strecke von gerade 58 m. Diese lassen deutliche Rückschlüsse auf Arbeitstechniken bei der Anlage der Nischen, Vorlieben der Bergleute sowie die verwendeten Brennstoffe zu.

Roman Lamprecht, M. A. vom Forschungszentrum HiMAT am Institut für Archäologien der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck, Frédéric Kuhn (Sélestat/Frankreich), Dušan Mesároš (Podturen/Slowakische Republik) und Priv.-Doz. Dr. Hartwig Büttner befassen sich in einem Überblicksartikel mit der Entwicklung der tragbaren Bergbaubeleuchtung in Mitteleuropa vom Spätmittelalter bis zur Frühen Neuzeit. Das Spektrum reicht von der offenen Tonlampe bis hin zu Metallbergleuchten. Neben der Konstruktion, den Brennstoffen und Dochten fragt der Beitrag auch nach den Tragetechniken, die auf Abbildungen mitunter wenig nachvollziehbar erscheinen.

Die Migration von Bergleuten war in den vergangenen Jahren mehrfach Thema im Anschnitt. Dr. Simone Hacke, Meppen, untersucht in ihrem Beitrag die Migration von Bergleuten aus dem Harz nach Norwegen in der Frühen Neuzeit, insbesondere im Zusammenhang mit dem Aufbau des Silberbergbaus in Kongsberg. Anhand verschiedener Auswanderergeschichten werden Push-Faktoren wie Krieg und wirtschaftliche Krisen sowie Pull-Faktoren wie bessere Arbeitsbedingungen, Privilegien und Aufstiegschancen deutlich. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem nachhaltigen Transfer von Wissen, Technik und Kultur, der den Bergbau und die Gesellschaft in Kongsberg maßgeblich prägte.

Prof. Dr. Rainer Slotta widmet seinen Beitrag dem Deckelpokal von Samuel Klemm, mit dem die Bergstadt Freiberg Wolff Friedrich Muffel von Ermreuth für die Verteidigung im Dreißigjährigen Krieg dankte. Der Pokal ist ein bedeutendes Objekt aus der Geschichte Freibergs. Er dokumentiert mit seiner Emblematik und farbigen Emailplaketten charakteristische Ereignisse während der Belagerung der Stadt durch schwedische Truppen in den Jahren 1642/43. Diese stehen neben kunsthistorischen Ausführungen im Mittelpunkt des Aufsatzes.

 

PD Dr. Dietmar Bleidick

 

Das aktuelle Heft erscheint jeweils nach Ablauf eines Jahres im Archiv unter ‚Aktueller Jahrgang‘ online.