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Bergbau auf der Bäreninsel
Im Kontext der kolonialen und ökonomischen Expansionsbestrebungen des Deutschen Kaiserreichs untersuchten an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert mehrere deutsche Expeditionen die Kohlenlagerstätte auf der heute zu Spitzbergen gehörenden Bäreninsel. Zu den Initiatoren dieser Erkundungsreisen gehörten u. a. der Deutsche Seefischerei-Verein, Kohlenhandelsgesellschaften und Privatpersonen.

Ein Ziel war es, mit dem Kohlenabbau auf der Bäreninsel eine Kohlen-Nachbebunkerung der deutschen Fischereiflotte zu ermöglichen und damit die fischreichen subarktischen Gewässer zu erschließen. Man scheint auch einen Export der Kohle nach Skandinavien erwogen zu haben, wo man angesichts des prognostizierten Wachstums offenbar neue Absatzmärkte zu erschließen hoffte. Wenngleich einige Publikationen zur deutschen Polarforschung vorliegen, fehlt bis heute eine wissenschaftliche, die politischen, ökonomischen und technischen Rahmenbedingungen adäquat einbeziehende Aufarbeitung dieser Aktivitäten.

Die Untersuchung der deutschen Aktivitäten im Nordpolarmeer im späten Kaiserreich versteht sich zugleich als exemplarische Studie zur Frage der Bedeutung von Rohstoffen und Bergbau für die Expansionsbestrebungen des Deutschen Reiches.

 

Informationen zum Projekt

Projektträger

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

beteiligte forschende Bereiche
Laufzeit

01.07.2009 – 31.12.2012

  • Stefan Przigoda: Bergbau auf der Bäreninsel? Deutsche Rohstoffinteressen und die Erkundung Svalbards (1871-1914), in: Lüdecke, Cornelia/Brunner, Kurt (Hrsg.): Von A(ltenburg) bis Z(eppelin). Deutsche Forschung auf Spitzbergen bis 1914. 100 Jahre Expedition des Herzogs Ernst II. von Sachsen-Altenburg, Neubiberg 2012 (= Schriftenreihe des Instituts für Geodäsie, Heft 88), S. 77-91.

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