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Stereofotografien als Instrumente visueller Vermittlung von Industrie und Technik
Erstellung eines Digitalisierungskonzeptes: Fremde Welten in 3D
Bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts existierte die Stereofotografie als technisches Medium in unterschiedlichen Anwendungsbereichen. Im Ruhrgebiet erlebte sie seit den 1920er-Jahren einen regionalen Höhepunkt, während sie teilweise schon durch das jüngere Medium des Films verdrängt und abgelöst worden war.

Nicht zuletzt die Montanindustrie nutzte Stereofotografien im Zusammenspiel mit anderen technischen Medien zur visuellen Popularisierung ihrer Produktions‐ und Arbeitswelten. Diese waren der breiten Bevölkerung nicht zugänglich und konnten nur medial vermittelt und erfahren werden. Das galt vorrangig für den Bergbau, dessen Produktionsstätten sich in der Regel unter Tage befanden und mithin – in kulturwissenschaftlicher Perspektive – eine hermetisch abgeschlossene Arbeitswelt darstellten.

Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Vorhabens war es, ein Feinkonzept zu erarbeiten, das sich der modellhaften Tiefenerschließung, Digitalisierung und Online-Stellung von Stereofotografien widmet und an aktuellen Forschungsfragen orientiert. Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum (DBM) bewahrt in seinen Beständen des Montanhistorischen Dokumentationszentrums (montan.dok) die wohl umfangreichste Überlieferung von Stereofotografien zum Bergbau in Deutschland. Diese sind bislang für die Forschung nicht verfügbar, wenngleich dezidierte Forschungsinteressen in verschiedenen Fachgebieten (z. B. Mediengeschichte, Medientechnik, Unternehmensgeschichte) bestehen. Im Rahmen der Konzepterstellung wurde eine Methode entwickelt, dieses Desiderat zu beheben und gleichzeitig eine Basis dafür zu schaffen, das DBM/montan.dok im Hinblick auf die spezifische Quellengattung zum nationalen Ansprechpartner und internationalen Verbundpartner zu entwickeln.

Aufbauend auf den Ergebnissen des Feinkonzepts ist ein Förderantrag eingereicht worden, um die konzeptionierten Maßnahmen durchzuführen und somit den Bestand der spezifischen Quellengattung Stereofotografien für die Forschung verfügbar zu machen.

Der Abschlussbericht zum Projekt ist erschienen. Sie erhalten die Datei (PDF) hier zum Download.

Informationen zum Projekt

Projektträger

Deutsches Bergbau-Museum Bochum, montan.dok

beteiligte forschende Bereiche

montan.dok

Fachbereich Dokumentation und Digitalisierung

Laufzeit

01.12.2016 – 31.08.2017

  • Stefan Przigoda/Sabine Niggemann/Rodion Lischnewski: Erstellung eines Digitalisierungskonzeptes: Fremde Welten in 3D. Stereofotografien als Instrumente visueller Vermittlung von Industrie und Technik. Schlussbericht und Digitalisierungskonzept, Februar 2018, Publikationsfassung, Bochum 2019 (Sie erhalten die Datei (PDF) hier zum Download)
  • Michael Farrenkopf: Neue Blicke auf Fotografien aus den Bergwerks- und Hüttenbetrieben um 1900. Ein Kommentar aus montanhistorischer Perspektive, in: Gisela Parak (Hrsg.): Bilder aus den Bergwerks- und Hüttenbetrieben. Auftragskontexte fotografischer Repräsentationsalben (1890-1920), Halle (Saale) 2019 (= Industriearchäologie. Studien zur Erforschung, Dokumentation und Bewahrung von Quellen zur Industriekultur, Bd. 20), S. 140-143.
  • Michael Farrenkopf/Sabine Niggemann/Stefan Przigoda: Fremde Welten in 3D – Projekt zu Stereofotografie startet am montan.dok, in: Forum Geschichtskultur Ruhr 1/2017, S. 59-60.
  • Michael Farrenkopf/Sabine Niggemann/Stefan Przigoda: Fremde Welten in 3D. Projekt zu Stereofotografie startet am montan.dok, in: montan.dok-news 3, 2017, Heft 1, S. 3.