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Das römische Bergbaurevier von Vâlcoi-Corabia
Im westrumänischen Apuseni-Gebirge liegt im Bergbaugebiet von Bucium das Revier von Vâlcoi-Corabia, das in römischer Zeit Teil der Goldbergbauregion „Aurariae Dacicae“ war. Moderner Bergbau lässt sich hier erst ab dem 18. Jahrhundert nachweisen und fand in nur bescheidenem Maße statt, so dass die römischen Strukturen weitgehend ungestört blieben. Auf einer Höhe von 1.200 m bis 1.348 m hat sich so ein vollständiges römisches Bergbaurevier erhalten, dass in seiner Komplexität und Erhaltung als einzigartig gelten muss und seit 2016 in einer Kooperation zwischen dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, dem Muzeul Naţional al Unirii in Alba Iulia und dem Institut für Geophysik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster erforscht wird.

Transsilvanien und die umgebenden Gebirge der rumänischen Karpaten gehören zu den bedeutendsten Bergbauregionen Europas. Ein Fokus der Bergbauforschung in Rumänien liegt auf der Zeit des römischen Dakiens, das zwischen 106 n. Chr. und 271 n. Chr. neben der Iberischen Halbinsel eine der wichtigsten Montanregionen des römischen Reiches war und besonders im Hinblick auf seine Edelmetallressourcen ausgebeutet wurde. Die archäologische Bedeutung dieser Region wurde aufgrund spektakulärer Funde bereits früh erkannt und durch neue Forschungen im Goldbergbaugebiet von Roşia Montană erneut bestätigt, das anhand epigraphischer Quellen als das antike Alburnus Maior identifiziert werden konnte. Bisher fehlen jedoch Forschungen zur räumlichen Struktur der Reviere und damit verbundener Fragen zu Organisation und Versorgung sowie das Verständnis um die konzeptionelle Nutzung einer Landschaft als Ressource wie auch als räumliches Rahmenwerk einer Ressourcennutzung.

Die Forschungen im Revier von Vâlcoi-Corabia hatten bisher das vordringliche Ziel, den Bestand an römischen Strukturen zu erfassen und zu kategorisieren sowie über Streufunde und Radiokarbondatierungen eine Einordnung in die Zeit des römischen Dakiens zu bestätigen. Die Größe des Reviers sowie die hohe Diversität und Dichte an Strukturen machten dabei die Anwendung sowohl flächendeckender als auch zerstörungsfreier Methoden erforderlich, die sich komplementär ergänzende Ergebnisse lieferten. Durch ein digitales Geländemodell, das aus etwa 6.000 Luftbildern im structure from motion-Verfahren berechnet wurde, konnten die nicht bewaldeten Bereiche der Fundstelle abgedeckt werden, was zur Identifizierung und Kategorisierung von über 200 Strukturen führte. Darüber hinaus wurden diese im Gelände exemplarisch verifiziert und durch Begehungen Oberflächenfunde kartiert, die einen dichten Fundschleier an römischer Keramik und Steingeräten erbrachten. Durch die intensive Untersuchung einzelner Strukturen durch geophysikalische Messungen, Rammkernbohrungen und Sondagegrabungen konnten diese in ihrem Aufbau besser verstanden werden sowie Holzkohleproben für eine Datierung des Reviers gewonnen werden, wodurch die römische Zeitstellung bestätigt wurde.

Durch die bisherige Untersuchungen lassen sich primäre Spuren des Abbaus in Form von ausgedehnten Pingenzügen und Tagebauen ebenso nachweisen wie Anlagen zur Aufbereitung, Werkssiedlungen, Gräberfelder sowie eine Straße, die das Revier mit dem Sitz der römischen Bergwerksverwaltung in Ampelum – heute Zlatna – verband. Die Erhaltung und Komplexität dieses Produktionsensembles machen das Revier dabei zu einem der wichtigsten Fundorte für die Erforschung römischen Bergbaus in den rumänischen Karpaten.

Informationen zum Projekt

Projektträger

Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Forschungsbereich Montanarchäologie

beteiligte forschende Bereiche
Laufzeit

2016 bis 2020

Förderung
Kooperation

Dr. Horia Ion Ciugudean, Muzeul Naţional al Unirii, Alba Iulia

Dr. Volkmar Schmidt, Institut für Geophysik, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

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