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Laurion: montan- und siedlungsarchäologische Studien zum attischen Revier in Vorgeschichte und Antike
Die Silberlagerstätten des Laurion waren wegen ihres hohen Rohstoffpotenzials von zentraler Bedeutung für die Polis Athen. Aus Laurionsilber prägten die Athener mit den ›Eulenmünzen‹ nicht nur die wichtigste Leitwährung der klassischen Antike, sondern sie finanzierten auch den Bau ihrer Flotte (Hdt. 7,144), die den entscheidenden Sieg über die Perser bei Salamis ermöglichte.

Zwar existieren bereits zahlreiche und vielfältige Studien insbesondere zum klassisch-antiken Bergbau im Laurion, allerdings basieren diese häufig auf der lückenhaften historischen Überlieferung. Daraus resultierend blieben in den Untersuchungen zum einen die schlechter bezeugten Bergbauperioden unberücksichtigt und zum anderen kollidierten die Ergebnisse mitunter mit dem archäologischen Befund. Daher war das Ziel der Dissertation, sowohl die diachrone Entwicklung des antiken Bergbaus zu erschließen als auch die montantechnischen Aspekte ausgehend von den archäologischen Befunden fachübergreifend zu untersuchen.

Im ersten Teil der Arbeit widmete sich die Dissertation exemplarisch der Frage, ob und inwiefern sich die Theorie einer Prozessoptimierung auf antike technische Prozesse anwenden lässt. Die Relevanz des Themas ergab sich aus der Tatsache, dass die auf eben dieser Grundannahme beruhende und bis dato maßgebliche Rekonstruktion der chaîne opératoire des klassisch-athenischen Bergbaus an zentralen Stellen des technischen Prozesses nicht mit dem archäologischen Befund vereinbar ist.

Die Rekonstruktion der Geschichte und Entwicklung antiker Montanlandschaften ist in der jüngeren Zeit verstärkt in den Fokus archäologischer Studien gerückt. Hierbei ist die Forschung mit den methodischen Problemen der lückenhaften historischen Überlieferungsstränge und der – meist durch neuzeitliche Überprägung bedingten – Zerstörung der antiken Bergbaurelikte konfrontiert. Deshalb stand der Zusammenhang von Bergbau und Siedlungsgeschichte im Fokus des zweiten Teils der Dissertation. Hier galt es zu prüfen, ob die Siedlungsgeschichte einer antiken Region, deren primäre Wirtschaftsgrundlage der Bergbau ist und die über ausgeprägte Ungunstfaktoren für die agrarische Nutzung verfügt, ihre Montangeschichte reflektiert und somit als Indikator für die Ermittlung der Intensität des Bergbaus dienen kann.

Das Laurion diente für diese Fragen als sinnvolles Fallbeispiel, da es als am besten erforschte antike Bergbauregion gelten muss und sich dort die antiken Hinterlassenschaften trotz neuzeitlicher Überprägung unvergleichlich gut erhalten haben.

Informationen zum Projekt

Kontakt
Projektleitung

Prof. Dr. Hans Lohmann / Ruhr-Universität Bochum

Prof. Dr. Ernst Pernicka / Universität Heidelberg

Projektträger
beteiligte forschende Bereiche
Laufzeit

2011 – 2018

S. Nomicos, A brief survey of the development of silver mining in ancient Laurion, in: The RITaK conferences 2013-2014. Der Anschnitt, Beiheft 34 (=Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Nr. 219. Bochum, 2017, S. 221–228.

S. Nomicos, Laurion: Some remarks on the settlement pattern and the "helicoidal washeries", Metalla 20.2, 2013, 25-27.

 

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