Für den Besuch gelten Schutz- und Hygienemaßnahmen. Zur Übersicht...
Teilprojekt zum Handbuch der Geschichte des deutschen Bergbaus
Wiederaufstieg und Niedergang des Bergbaus in der Bundesrepublik
Kohle hatte zentrale Bedeutung für die Industrialisierung im langen 19. Jahrhundert. In beiden Weltkriegen war die Kohlenförderung entscheidende Voraussetzung für die Rüstungsproduktion, und auch der Wiederaufbau in Deutschland fußte auf einer relativ raschen Restrukturierung der Branche. Doch schon Ende der 1950er-Jahre geriet insbesondere der Ruhrkohlenbergbau in eine langanhaltende Krise, die zunächst das so genannte deutsche Wirtschaftswunder beendete. In den 1960er-Jahren kam es zur Stilllegung zahlreicher Schachtanlagen und zu unternehmensstrukturellen Veränderungen, an deren Ende im Jahr 1969 die Gründung der Ruhrkohle AG als Einheitsgesellschaft stand.

Die trotz Gründung der Ruhrkohle AG anhaltende Strukturkrise des deutschen Steinkohlenbergbaus wird an folgenden Zahlen deutlich: Die Fördermenge belief sich 1971 auf etwa 110 Mio. t und fiel 1973 erstmals auf unter 100 Mio. t, 1978 erreichte sie mit 83,9 Mio. t ihren bis dahin tiefsten Stand. Daran änderten auch kurzfristige Absatz- und Ertragsverbesserungen unmittelbar nach der Ölpreiskrise vom Winter 1973/74 und ein Stahlboom Mitte der 1970er-Jahre nichts. Eine Stabilisierung des deutschen Steinkohlenbergbaus hat auch während der 1980er- und 1990er-Jahre nicht stattgefunden, vielmehr waren Kohlerunden und Anpassungskonzepte zu verzeichnen. Die Konzentration der Förderung auf leistungsstarke, mit modernster Technik ausgerüstete Großbergwerke war die Antwort, um den von politischer Seite und der öffentlichen Hand immer massiver geforderten Schrumpfungsprozess zu bewältigen. Auf der Grundlage des Steinkohlefinanzierungsgesetzes aus dem Jahr 2007 wurde schließlich eine endgültige Stilllegung des deutschen Steinkohlenbergbaus bis Ende 2018 vorgesehen.

Ziel des Teilprojektes war die Erarbeitung einer historisch-kritischen Überblicksdarstellung zur Bergbaugeschichte im Zeitalter der Bundesrepublik Deutschland. Neben dem im Mittelpunkt stehenden Steinkohlenbergbau waren die übrigen Bergbausparten angemessen zu berücksichtigen.

 

 

  • Michael Farrenkopf: Wiederaufstieg und Niedergang des Bergbaus in der Bundesrepublik Deutschland, in: Dieter Ziegler (Hrsg.): Rohstoffgewinnung im Strukturwandel. Der deutsche Bergbau im 20. Jahrhundert, Münster 2013 (= Geschichte des deutschen Bergbaus, Bd. 4), S. 183-302.
  • Michael Farrenkopf: Zechensterben, in: Achim Prossek/Helmut Schneider/Horst A. Wessel/Burkhard Wetterau/Dorothea Wiktorin (Hrsg.): Atlas der Metropole Ruhr. Vielfalt und Wandel des Ruhrgebiets im Kartenbild, Köln 2009, S. 102-103.
  • Michael Farrenkopf: Wirtschaftswunder und erste Kohlenkrisen, in: Kumpel und Kohle. Der Landtag NRW und die Ruhrkohle 1946 bis 2008, Düsseldorf 2009 (= Schriften des Landtags Nordrhein-Westfalen, Bd. 19), S. 49-95.
  • Michael Farrenkopf: Aufkommen und Bewältigung der Bergbau-Strukturkrise im Zeichen der Ruhrkohle AG, in: Heimat Dortmund. Zeitschrift des Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark e. V. in Verbindung mit dem Stadtarchiv Dortmund, 2010, H. 1-2, S. 27-34.
  • Michael Farrenkopf/Michael Ganzelewski/Stefan Przigoda/Inga Schnepel/Rainer Slotta (Hrsg.): Glück auf! Ruhrgebiet. Der Steinkohlenbergbau nach 1945. Katalog der Ausstellung des Deutschen Bergbau-Museums Bochum vom 6. Dezember 2009 bis 2. Mai 2010, Bochum 2009 (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Nr. 169; = Schriften des Bergbau-Archivs, Nr. 21).