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Ein großes Abenteuer: Gaming-App Jo's Memory gelauncht

Grafik: LWL | NEEEU

Um Interesse für Archäologie bei jungen Erwachsenen zu wecken, haben drei Museen in Herne, Haltern und Bochum eine Gaming-App „Jo`s Memory“ entwickelt. Die Spiele-Anwendung für Smartphones oder Computer ist eine Kooperation von Archäologiemuseum und Römermuse-um des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) sowie des Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen im Rahmen des gemeinsamen Projekts „Museum als CoLabor. Öffne die Blackbox Archäologie!“. Gefördert im Programm Kultur Digital der Kulturstiftung des Bundes ist Jo’s Memory“ unter der Leitung des LWL-Archäologiemuseums in Herne entstanden.

„‘Jo`s Memory‘ ist für die Nutzerinnen und Nutzer ein großes Abenteuer und für den LWL die erste Spiele-App, welche wir kollaborativ entwickelt haben“, so der Direktor des LWL, Dr. Georg Lunemann. Vor den Augen der Nutzer:innen öffne sich eine ganz eigene Welt. Lunemann: „Mark Zuckerberg würde sagen: ein ‚Metaversum‘. Die App steht für sich und funktioniert losgelöst vom Besuch in einem der beteiligten Museen.“ Die Entstehung der App sei Symbol für eine Kultur der Flexibilität, Digitalität und Diversität beim LWL.

„Und diesen Anspruch haben wir nicht erst seit Corona. Eine Gesellschaft im Wandel braucht eine aktive kulturelle Landschaft und eine starke Kulturpolitik, die sich mit den modernen Herausforderungen auseinandersetzen und sich flexibel und vorausschauend weiterentwickeln kann“, sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger bei der Vorstellung am Donnerstag (1.9.) in Herne. Das Verbundprojekt „Blackbox Archäologie“ sei ein wichtiger Schritt auf diesem Weg der digitalen Transformation – auch für den Verband.

Die Kulturdezernentin erklärt weiter: „In Kooperation erproben und vertiefen das LWL-Museum für Archäologie in Herne, das LWL-Römermuseum in Haltern am See und das Deutsche Bergbau-Museum Bochum Methoden und Formate des agilen Arbeitens, um die fach- und institutionsübergreifende Zusammenarbeit zu stärken.“

Neu ist dabei für alle drei Museen die schöpferische Zusammenarbeit mit den Besucher:innen in Form eines Bürger:innen-Beirats. Es gebe nicht viele deutsche Museen, die in der Entwicklung von Digitalangeboten auf Bürger:innen-Engagement, also Kollaboration, und Laborcharakter setzten, so Dr. Doreen Mölders, Leiterin des LWL-Museums für Archäologie. Damit verfolge das Projekt regional einen Ansatz, der überregional Schule machen werde, so die Hoffnung der Beteiligten.

Sandra Badelt, Abteilungsleiterin Ausstellung & Vermittlung im Deutschen Bergbau-Museum Bochum: „Mit partizipativen und digitalen Formaten den Zugang zu Kultur und Forschungsarbeit zu erleichtern, ist eine wichtige Aufgabe für Museen. “Jo’s Memory“ in diesem Projekt gemeinsam zu entwickeln und dabei durch die Perspektive von Beiratsmitgliedern begleitet zu werden, ist eine große Bereicherung für unsere zielgruppenorientierte Vermittlungsarbeit.“ Für die Entwicklung des Games habe man sich Unterstützung geholt von einer renommierten Berliner Design-Agentur, der „NEEEU Spaces GmbH“, die bereits für die Staatlichen Museen zu Berlin, die Neue Nationalgalerie oder den Gropiusbau digitale Welten erschaffen hat.      

Dr. Doreen Mölders, Leiterin des LWL-Archäologiemuseums, das die Projektleitung innehat: „“Jo`s Memory“ ist das erste Ergebnis dieser außergewöhnlichen Zusammenarbeit. Wir erproben, wie sich digitale Partizipation und Co-Kreation weiterdenken lassen und wie Wissen und Ideen von Besucher:innen in die Entwicklung digitaler Anwendungen wie Games, Apps und interaktive Parcours in die Museen und darüber hinaus einfließen können.“ Denn im digitalen Raum tummele sich vor allem die Zielgruppe, die häufig den kleinsten Teil der Besuchenden für viele Museen und Kultureinrichtungen ausmache: Junge Erwachsene und Menschen unter 35. „Wenn wir hier begeistern und Interesse wecken wollen, müssen wir diese potentiellen Besucher:innen in ihren angestammten Räumen treffen – im Netz. Und wer könnte uns besser sagen, was hier ankommt, als die Zielgruppe selbst“, fragt Mölders.

Julia Mai von der Kulturstiftung des Bundes über den Fonds Digital : „Die 15 geförderten Verbundprojekte im Fond Digital sind sehr spezifisch auf die Profile, Ressourcen und Visionen der verschiedenen Häuser zugeschnitten und besitzen zugleich etwas Exemplarisches: Sie stehen für eine Öffnung der Häuser in der Zusammenarbeit mit ihren Zielgruppen und damit auch für eine veränderte Rolle von Kultureinrichtungen im digitalen Raum. Die kollaborative und generationenübergreifende Entwicklung der App "Jo's Memory" steht für diesen Wandel."

Zur Gaming-App „Jo`s Memory“

Wer das Spiel in den  App-Stores aufruft, wird mit diesem Text begrüßt:
„Alles ist wie eingefroren – nichts bewegt sich. Kannst du Jo helfen, die Welt wieder zum Leben zu erwecken? Finde die Pakete mit den gesuchten Objekten und befreie die Welt vom Nebel des Vergessens. In Jo’s Memory begibst du dich auf die Reise in eine dystopische Welt in der rätselhafte Dinge zum Schlüssel des Erinnerns werden …“.

Fahrradkurier:in Jo geht, gesteuert von den Nutzer:innen, auf eine abenteuerliche Reise in einer von Nebel verhangenen Welt, die doch an manchen Stellen bekannt vorkommt. Im Hintergrund malt sich ein bekanntes Zechenbauwerk ab. Ist das dort eine Currywurst-Bude? In dieser Welt sind in Paketen archäologische Objekte versteckt, die mithilfe von intuitiven Spielmechaniken und dem Nutzen verschiedener Tools (zu Deutsch: Gegenstand, Werkzeug) erforscht und einem Wissensspeicher zugeführt werden müssen. Nach erfolgreichem Befüllen des Speichers gibt dieser sozusagen als Belohnung ein “Orientierungswissen” preis. In aufeinander folgenden Quests (Aufgaben)

 tauchen Spielende in die archäologische Objektanalyse ein, lernen Untersuchungsmethoden und natürlich historische Objekte selbst kennen. Nur so können Nutzer:innen mithilfe von Jo die Welt Stück für Stück vom Nebel des Vergessens befreien. Die in der digitalen Welt zu entdeckenden Objekte existieren auch in der Wirklichkeit: Es sind Stücke aus den drei an dem Projekt beteiligten Museen. Nutzer:innen können sie beim Museumsbesuch zusätzlich analog kennenlernen.

Archäologie ist nach Ansicht der Projektbeteiligten nicht nur eine Wissenschaft, die sich mit der Vergangenheit beschäftigt. Sie bietet auch Orientierungswissen für Gegenwart und Zukunft. Archäologie hilft zu verstehen, wie sehr der Mensch in die Welt der Dinge verstrickt ist. Sie vermittelt einen bewussten Umgang mit den Dingen, die den Menschen alltäglich umgeben.

Hintergrund

„Museum als CoLabor. Öffne die Blackbox Archäologie!“ ist ein Verbundprojekt des LWL-Museum für Archäologie in Herne, des LWL-Römermuseum in Haltern am See und des Deutschen Bergbau-Museum Bochum. Ziel ist die Entwicklung neuer digitaler Vermittlungsformate, um die Wissenschaft der Archäologie erfahrbar zu machen, und die Einführung und Etablierung agiler Arbeitsmethoden.

Gefördert im Programm Kultur Digital der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Mehr Informationen zum Projekt „Blackbox Archäologie“ finden Interessierte unter: www.blackbox.game

Einen Teaser zum Spiel finden Sie auf dem YouTube Kanal des LWL-Museums für Archäologie. Mit einem Klick auf die nebenstehende Grafik werden Sie direkt auf YouTube weitergeleitet.