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Eisenland – Siegerland: Film ab!

Foto: Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Warum zog es die Kelten vor über 2.000 Jahren ins Siegerland? Die Gründe hierfür liegen in der Erde: Eisenerz. Archäologische Forschungen zeigen, dass zur Keltenzeit diese Erze überall in der Region abgebaut und verhüttet wurden. Von einem aufwändigen archäologischen Experiment der LWL-Archäologie in Kooperation mit dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum und der Ruhr-Universität Bochum berichten nun ein Film und eine Publikation.

Die enormen Mengen Holz, die bei der Verhüttung in birnenförmigen Öfen verbrannt wurden, fanden sich in den Wäldern des Siegerlands. Hier rauchten vor über 2.000 Jahren die größten Verhüttungsöfen in ganz Europa und produzierten massenhaft Eisen. Heute ist die Technologie der keltischen Verhüttung vergessen und die genaue Rezeptur verloren. So ist unbekannt, wieviel Ressourcen die Verhüttung verschlang, wie die Kelten die Arbeitsabläufe organisierten und wieviel Eisen damit überhaupt erzeugt werden konnte.

Nach über 15 Jahren archäologischer Forschung zur Eisenproduktion der Keltenzeit im Siegerland beschreiten daher Forschende einen mutigen Weg: Mit einem archäologischen Experiment spüren sie der alten Technologie nach – auf der Spur nach der verschollenen Rezeptur.

Pünktlich zum Tag des offenen Denkmals 2022 präsentieren die Kooperationspartner, wie Archäologinnen und Archäologen in jahrelanger Forschung jahrtausendealtes, vergessenes Wissen keltischer Hüttenleute im Siegerland wiederentdecken. Dabei wurde niemals zuvor ein archäologisches Experiment zur eisenzeitlichen Eisenverhüttung derart umfangreich in den digitalen Medien wissenschaftlich fundiert und zugleich populär dargestellt.

Eine Forschungskooperation des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen, der Ruhr-Universität Bochum und der LWL-Archäologie für Westfalen erforscht seit mittlerweile 20 Jahren das Siegerland. Die Beteiligten widmen sich den eisenzeitlichen Verhüttungs- und Schmiedeplätzen, analysieren Schlacken oder werten ausgegrabene Gräber und Siedlungen aus. Da die eisenzeitliche Montanlandschaft Siegerland europaweit von Bedeutung ist und eben gerade der genaue Ablauf der Eisengewinnung unbekannt ist, fokussierte sich die Forschungskooperation unter Federführung der LWL-Archäologie für Westfalen genau darauf.

Umfangreiche Berichterstattung zu dem Projekt finden Sie auf dem Blog der LWL-Archäologie für Westfalen.

Den Film finden Sie auf dem YouTube Kanal des Deutschen Bergbau-Museums Bochum. Mit einem Klick auf die nebenstehende Grafik werden Sie direkt auf YouTube weitergeleitet.