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Sonderausstellung wird Gegenstand von Projektseminar

Kleinzeche im Bergbaugebiet Gongwusu, Wuhai, Innere Mongolei, Juli 1995 | Foto: Lu Guang (Contact Press Images)

Die aktuelle Sonderausstellung „Black Gold and China. Fotografien von Lu Guang“ hat ein Semester lang Studierende des Fachs Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum beschäftigt. Im Projektseminar „Ressourcennutzung im Anthropozän“ von Jun.-Prof. Tina Asmussen, zugleich Forschungsbereichsleiterin Bergbaugeschichte im Deutschen Bergbau-Museum Bochum, wurden die zeitgenössischen Aufnahmen Gegenstand von historischer Forschung.

Das Seminar nahm im Wintersemester 2021/22 die alarmierenden Bilder Lu Guangs als Aufhänger für eine kritische Reflexion der Geschichte von Mensch-Umwelt-Beziehungen in Europa zwischen 1500 und 1900. Anhand eines „Eye Catchers“ – einem selbst gewählten Ausschnitt aus den Fotografien Lu Guangs – erstellten die Studierenden einen Bezug zu einem Thema aus der europäischen Geschichte und beleuchteten Themen wie Klimawandel, Raubbau und Nachhaltigkeit oder die Ausbeutung von Arbeitskraft, Kontamination und Gesundheit in einer sich globalisierenden Welt.

Ziel dieses Vorgehens war es, die Perspektive auf ein vermeintlich zeitgenössisches chinazentriertes Thema aufzulösen und in die europäische Geschichte zu übertragen. So entstanden beispielsweise Texte zu Kinderarbeit, Bergbau und Glaube oder Luftverschmutzung in der Frühen Neuzeit bis in die Industrialisierung, die nun im Netz veröffentlicht werden.

Das Seminar richtete sich an Studierende der Fakultät für Geschichtswissenschaften der Ruhr-Universität Bochum und wurde geleitet von Jun.-Prof. Tina Asmussen, Forschungsbereichsleitung Bergbaugeschichte. „Die Fotografien von Lu Guang laden sehr nachdrücklich dazu ein, sich zu fragen, wo die Berührungspunkte zu unserer Alltagswelt sind“, so Asmussen. „Besonders spannend war für mich jedoch, den Studierenden zu vermitteln, dass all diese Themen nicht neu sind und damit, dass unsere Gegenwart immer auch in einem Dialog mit der Geschichte steht. Eine Geschichte der Gegenwart braucht ein tieferes Verständnis der Vergangenheit, um gegenwärtige gesellschaftliche Strukturen und Praktiken zu reflektieren und Ideen für die Zukunft zu entwickeln.“ Neben der Vermittlung wissenschaftlichen Arbeitens standen besonders der Umgang mit verschiedenen (populär-)wissenschaftlichen Textformen und Praktiken des Wissenstransfers im Vordergrund.

Bis zum 17. April 2022 zeigt das Deutsche Bergbau-Museum Bochum die Sonderausstellung „Black Gold and China. Fotografien von Lu Guang“ im Museumserweiterungsbau DBM+. Mit über 100 Farb- und Schwarzweiß-Fotografien bietet sie einen Einblick in das Werk eines der bedeutendsten Fotografen Chinas, sie ist seine erste monografische Museumsausstellung in Deutschland. Die Fotos halten Eindrücke von Lu Guangs Reisen durch sein Heimatland fest und dokumentieren sozioökonomische und ökologische Probleme im industriellen China.