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11. Juni 2022 bis 15. Januar 2023

Gras drüber ... Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich

Erstmals in der Geschichte des Leibniz-Forschungsmuseums widmet sich eine Sonderausstellung dem Thema Umweltpolitik und Rekultivierung: Die Sonderausstellung „Gras drüber … Bergbau und Umwelt im deutsch-deutschen Vergleich“ möchte aus einer historischen Perspektive kommend zu einem reflektierten Umgang mit Umweltfragen in Gegenwart und Zukunft beitragen. Die Ausstellung wird von Juni 2022 bis Januar 2023 zu sehen sein.

Die Sonderausstellung ist Teil eines durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundvorhabens und präsentiert aus umweltgeschichtlicher Sicht einen deutsch-deutschen Vergleich mit regionalgeschichtlicher Fokussierung – das Ruhrgebiet für Steinkohle, die Lausitz für Braunkohle und die Wismut-Gebiete für Uranerz. Dabei werden die wechselseitigen Verflechtungen auf politischer, wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene berücksichtigt. „Gras drüber …“ ist im Museumserweiterungsbau DBM+ über zwei Ausstellungsebenen angelegt und wird durch GfG | Gruppe für Gestaltung GmbH, Bremen, gemeinsam mit dem Montanhistorischen Dokumentationszentrum (montan.dok) umgesetzt, die Ausstellungseröffnung ist im Juni 2022.

Die Ausstellung beginnt „Hier und jetzt“ und empfängt die Besuchenden mit einer Foto- und Klanginstallation aus den drei renaturierten Landschaften sowie einer Gegenüberstellung von zwei Kunstwerken aus dem ost- und westdeutschen Zusammenhang. Es folgt ein Einblick in die ehemaligen Bergbaureviere anhand von Film- und Fotoaufnahmen. Weiter geht es im Ausstellungsbereich „Glückauf ohne Grenzen“, der Umwelteinflüsse und den Alltag im Bergbau der drei Reviere im Rückblick vermittelt. Auf Basis dieser Grundlagen geht die Reise dann in die Reviere nach dem Bergbau und zu der Frage, ob und wie in Folgelandschaften ein „Zurück zur Natur“ möglich ist. Die Ausstellung bietet dabei spannende Erkenntnisse in bislang wenig bekannte Forschungsvorhaben der BRD und der DDR und legt offen, dass Umweltschutz in Deutschland keine Erfindung des 21. Jahrhunderts ist. Deutlich wird dies im Ausstellungsbereich „Auf zur Umweltunion“, in dem politische Entscheidungsprozesse in beiden Staaten ebenso erläutert werden wie Bewegungen aus der Bevölkerung heraus, die besonders ab den 1980er-Jahren zu einem Umdenken in der Politik geführt haben. Zum Abschluss der Ausstellung steht die Frage „Und nun?“, wobei Umweltpolitik, Proteste und Bergbau in Gegenwart und Zukunft anhand von Objekten mit hohem Gegenwartsbezug vermittelt werden.

Die durchgehend zweisprachige Ausstellung wird auf Vermittlungsebene durch Persona-Dialoge unterstützt. Die Personas begleiten die Besuchenden von Beginn an und bieten aus unterschiedlichen Positionen Impulse wie Reibungsfläche. Die Ausstellung zeigt ca. 800 Objekte aus dem montan.dok sowie von mehr als 100 leihgebenden Institutionen und wird durch ein diverses Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm ergänzt.

Der Katalog zur Sonderausstellung erscheint im Verlag De Gruyter | Oldenbourg im Rahmen der Reihe „Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum“ (VDBM). Die Publikation ist als Begleitband geplant, sie enthält daher neben einem Teil über die Inhalte und Konzeption der Sonderausstellung auch einen Teil mit Beiträgen externer Forschenden zu Umweltpolitik, Bergbaufolgelandschaften, Genderstudies und Naturschutz, Technikgeschichte mit dem Schwerpunkt auf Gesundheitsaspekte, Kulturwissenschaften und Vermittlungstheorie.

Die Sonderausstellung ist Teil des Forschungsverbunds „Umweltpolitik, Bergbau und Rekultivierung im deutsch-deutschen Vergleich. Das Lausitzer Braunkohlenrevier, die Wismut und das Ruhrgebiet (1949-1989/2000)“. Der Verbund wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des BMBF-Förderprogramms zur Stärkung der DDR-Forschung gefördert.

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