Der Anschnitt - Ausgabe 1-2/2026
ISSN 0003-5238
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DER ANSCHNITT kann über die Vereinigung der Freunde des Deutschen Bergbau-Museums Bochum e.V. bezogen werden.
Kontakt: Sabine Birnfeld, sabine.birnfeld@bergbaumuseum.de, +49 (0)234-5877 193
Zusammenfassung:
Die quantitative Analyse von silberhaltigen Erzen, Metallen und Münzen spielte in der Frühen Neuzeit eine zentrale wirtschaftliche und administrative Rolle. Lazarus Ercker (ca. 1530-1594) beschreibt die Kupellation als standardisierte Methode zur Bestimmung geringer Silbergehalte. Der Beitrag von Michael Schuster, Annaberg-Buchholz, und Dr. Martin Straßburger, Würzburg, präsentiert eine experimentelle Rekonstruktion der Analyseverfahren von Ercker. Es wurde ein historischer Prüfofen gebaut, standardisiertes Blei mit definiertem Silbergehalt kupelliert und die daraus resultierenden Silberperlen gewogen. Die Experimente zeigen, dass die historische Methode reproduzierbar und genau ist, womit die Untersuchung einen Beitrag zur experimentellen Archäologie und zur Lehre historischer metallurgischer Methoden leistet.
Hans Joachim Gleichmann, Clausthal-Zellerfeld, und Leander Wilhelm Kühn M.Sc., Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, betrachten in ihren Beitrag das Giebelwaldgebiet im Siegerland. Hier ist es der modernen Montanarchäologie gelungen, den an vielen Orten durch Textquellen beschriebenen alten Bergbau an einer Reihe bedeutender Nichteisen- und Edelmetalllagerstätten zu datieren. So lässt sich für den Giebelwald ein komplexes Bergbaugebiet des Hochmittelalters nachweisen, das durch mehrere verlassene Bergbausiedlungen rund um die Bergwerke, umfangreiche Schmelzbetriebe und möglicherweise mehrere Befestigungsanlagen gekennzeichnet ist. Dieses weist eine Vielzahl von Parallelen zu Bergbaugebieten ähnlichen Alters im weiteren östlichen rheinischen Massiv auf, die zusammen auf eine besonders frühe und rasche Entwicklung der Region schließen lassen.
Dr. Helge Steen, Buggingen, untersucht den Ort Markirch (Sainte-Marie-aux-Mines, Frankreich) in seiner Funktion als Drehscheibe für die Einwanderung von Bergleuten in den Schwarzwald während des 18. Jahrhunderts. Für die Wiederaufnahme des dortigen Bergbaus waren die Verfügbarkeit und das technische Wissen zugewanderter Bergleute von zentraler Bedeutung. Sie bildeten in dieser Zeit den überwiegenden Teil der Grubenbelegschaften. Markirch wies aufgrund seiner Zugehörigkeit zu zwei Territorien unterschiedlichen Glaubens und einer zeitweise blühenden Montanindustrie besonders günstige Voraussetzungen als Migrationszentrum auf.
Das aktuelle Heft erscheint jeweils nach Ablauf eines Jahres im Archiv unter ‚Aktueller Jahrgang‘ online.