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INTRAFO - Entwicklung und Erprobung eines Intrapreneurship-Konzeptes für geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Forschungseinrichtungen am Beispiel der Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft (INTRAFO)
Mit einem bundesweit einmaligen Modellvorhaben setzte das Deutsche Bergbau-Museum Bochum (DBM) in Zusammenarbeit mit der Juniorprofessur für Entrepreneurship der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel einen wichtigen Meilenstein in Richtung zukunftsfähiges Museum. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über drei Jahre finanzierten Verbundforschungsprojekt zur „Entwicklung und Erprobung eines Intrapreneurship-Konzeptes für geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Forschungseinrichtungen am Beispiel der Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft“ – kurz INTRAFO – ging es darum, neuartige Ansätze herauszuarbeiten, mit denen ausgehend von kreativen Ideen der Beschäftigten die Innovationfähigkeit von Forschungsmuseen verbessert werden kann. Unterstützung erhielt der Projektverbund dabei auf praxisbezogener Seite von den Agenturen Pausanio und Görgen & Köller (G&K).

Durch den äußeren Anpassungsdruck im Kontext des gesellschaftlichen Wandels müssen Museen aktiv die eigenen Strukturen hinterfragen und eigenverantwortlich neue Wege der Aufgabenwahrnehmung beschreiten. In einer Status quo-Erhebung im Rahmen des INTRAFO-Projekts hat sich gezeigt, dass es in den althergebrachten Organisationsstrukturen mit statischen Hierarchien und sehr festgefahrenen Arbeitsroutinen kaum Raum gibt, in dem sich das unternehmerische Handeln von Intrapreneuren zur Weiterentwicklung der Organisation entfalten kann.

Zwar benennen die Beschäftigten oftmals bestehende Defizite und entwickeln Impulse zur Verbesserung, allerdings verlieren sich diese Anregungen im System oder werden von Führungskräften schlicht nicht aufgenommen. Daran anknüpfend ist innerhalb des INTRAFO-Forschungsprozesses deutlich geworden, dass die Implementierung eigenständiger institutioneller Mechanismen notwendig ist, um die innovationsorientierten Effekte des Intrapreneurships adäquat nutzen zu können. Es bedarf klarer Regeln, Ressourcen und Infrastrukturen, in denen Intrapreneure mit ihren unternehmerischen Potentialen wirksam werden können.

Deshalb wurden in dem Modellvorhaben verschiedene Maßnahmen und Aktivitäten erprobt, die die Eigenverantwortlichkeit der Beschäftigten steigern und die systematische Nutzung der entwickelten Verbesserungen möglich machen können. Innerhalb der Projektlaufzeit entstand ein methodenförmiger Ansatz, der sich auf andere Forschungsmuseen und andere Museumsinstitutionen übertragen lässt. Dieser Ansatz wird im INTRAFO-Projektbericht mit Handlungs- bzw. Implementierungsempfehlungen aufgearbeitet und verantwortlichen Akteuren von Kulturinstitutionen zur Verfügung gestellt.

Die Broschüre „Hidden Potential. Intrapreneurship in Museumsorganisationen“, die zum Abschluss des Projekts enstand, erhalten Sie hier zum Download.

Informationen zum Projekt

  • Mohr, Henning/Modarressi-Tehrani, Diana (2020): Museen der Zukunft. Trends und Herausforderungen eines innovationsorientierten Kulturmanagements (Sammelband, Transcript-Verlag)
  • Mohr, Henning (2019): Intrapreneurship im Museum. Ansätze für einen innovationsorientierten Kulturbetrieb, in: IM+io. Intrapreneurship & Management 4.0, S. 72-76
  • Mohr, Henning/Dickel, Petra/Simon, Holger (2018): Digitale Geschäftsmodelle im Kultursektor, in: Khare, Anshuman/Kessler, Dagmar/Whirsam, Jan (Hrsg.): Marktorientiertes Produkt- und Produktionsmanagement in digitalen Umwelten, Berlin, S. 1-15
  • Mohr, Henning (2017): Beschäftigte gestalten die Kulturinstitution der Zukunft. Intrapreneurship als Innovationsstrategie, in: Kulturpolitische Mittelungen Heft 156/I, S. 78-79

Aktuelles aus dem Projekt