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DER ANSCHNITT Ausgabe 4/2019 erschienen

Die aktuelle Ausgabe des ANSCHNITT enthält wie gewohnt ein inhaltlich breites Themenspektrum. Im Vordergrund steht jedoch der nicht zuletzt vom Transport von montanindustriellen Gütern beflügelte Ausbau von Verkehrswegen.

Prof. Dr. Rainer Slotta, ehemaliger Direktor des Deutschen Bergbau-Museums Bochum, gibt einen Überblick über Schiffstunnel. Diese entstanden seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert zunächst in Frankreich und während der Industriellen Revolution schließlich in großer Zahl in Großbritannien. Ein Höhepunkt wurde im 19. Jahrhundert erreicht. Berücksichtigt werden auch Beispiele aus anderen Ländern, darunter Deutschland und die USA. Schiffstunnel zählen zu den besonderen Ingenieuraufgaben, da mit ihnen die am höchsten gelegenen Scheitelhaltungen von Kanälen und schiffbaren Wasserstraßen durchörtert werden. Der Beitrag gibt eine Übersicht über die bekannt gewordenen Beispiele und thematisiert die engen Verbindungen zum bergmännischem Tunnelbau und Vortrieb. 

Dr. Stefan Wenzel, Kompetenzbereich Vulkanologie, Archäologie und Technikgeschichte des Römisch-Germanischen Zentralmuseums - Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie, Mayen - befasst sich mit Handdrehmühlen eisenzeitlicher Form aus Basaltlava in römischer Zeit. Auch nachdem seit augusteischer Zeit die typischen „Legionärsmühlen“ das standardmäßig hergestellte Markenprodukt der Mühlsteinbrüche um Mayen geworden waren, wurden dort zunächst für einen traditionsbewussten Käuferkreis Mühlsteine ‚keltischen Typs‘ weiterhin angefertigt. In den Niederlanden sind solche Mühlsteine schon länger unter der Bezeichnung „Typ Brillerij“ bekannt. Wenzels Überblick über Fundorte zeigt, dass sie auch südöstlich ihres klassischen Verbreitungsgebietes im deutschen Raum vorkommen.

Der Transport von Kohle bildete im Verlauf des 19. Jahrhunderts einen wichtigen Impuls für die Entwicklung der europäischen Verkehrsinfrastruktur. Dr. Axel Heimsoth, Ruhr Museum, Essen, betrachtet in seinem Beitrag die Gründe für die Verkehrsrevolution und untersucht dabei die Rolle der Kohle im 19. und 20. Jahrhundert. Das Massenschüttgut Steinkohle war der ideale Brennstoff; es war leicht zu verladen aber auch aufwendig zu transportieren. Zwei Verkehrsträger waren in diesem System von entscheidender Bedeutung: die Schifffahrt und die Eisenbahn. Bis heute prägen die seit dem 18. Jahrhundert angelegten Verkehrsnetze die Landschaften.

Ergänzt wird das Heft wie üblich durch Rezensionen und Miszellen zu verschiedenen Themen, darunter ein Beitrag von Dr. Eva Pasche, Willich, über den Grafiker Hermann Kätelhön und seine Wirkungsstätte, die Essener Margarethenhöhe.

DER ANSCHNITT ist das einzige montanhistorische Periodikum von internationaler Bedeutung. Jährlich erscheinen sechs Hefte mit umfangreichen Aufsätzen zu allen Epochen der Bergbaugeschichte; Kurzbeiträge beleuchten einzelne Forschungsaspekte und -ergebnisse. Jedes Heft enthält zudem einen Rezensionsteil und eine Beilage über die „Meisterwerke bergbaulicher Kunst und Kultur“.

DER ANSCHNITT kann über die Vereinigung der Freunde von Kunst und Kultur im Bergbau e.V. (VFKK) bezogen werden. Kontakt: Sabine Birnfeld, sabine.birnfeld@bergbaumuseum.de, +49 (0)234-5877 193 bzw. über den Online-Shop.

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