Ab Dienstag, 3. November 2020, stellt das Deutsche Bergbau-Museum Bochum seinen Besucherbetrieb ein. Das Museum folgt damit den Maßnahmen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Informationen zur Wiederaufnahme des Besucherbetriebs erfolgen tagesaktuell gemäß entsprechender Verordnungen. Weitere Infos

Erste Ausgabe 2020 „Forum Geschichtskultur Ruhr“ erschienen

Gestaltung: Klartext Verlag

Die aktuelle Ausgabe, Heft 1/20, der Zeitschrift „Forum Geschichtskultur Ruhr“ ist erschienen und befasst sich mit dem Schwerpunkt „100 Jahre geplantes Ruhrgebiet“.

Der Schwerpunktitel der Frühjahrsausgabe „100 Jahre geplantes Ruhrgebiet“ ist ein Euphemismus, denn von einer langfristigen, konsistenten Regionalplanung und einer damit einhergehenden –politik für das Ruhrgebiet kann seit Gründung des Siedlungsverbandes Ruhrkohlenbezirk nur eingeschränkt gesprochen werden. Um die widerstreitenden Interessen vornehmlich zwischen der montanindustriellen Landnahme durch Bergbau- und Stahlunternehmen seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einerseits und der Wahrung öffentlicher Belange durch Kommunal- und Landespolitik andererseits moderierend und planend gestalten zu können, wurde die preußische Landesplanungsbehörde Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk (SVR) 1920 gegründet. Rückblickend lässt sich sagen, es hat mit dem SVR und seinen Nachfolgeorganisationen Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) und Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) wegweisende Planungsansprüche gegeben, die aber in den harten Politikfeldern etwa der kommunalen Ordnung, der Flächenplanung, der Mobilität und Verkehrsplanung immer wieder von zentralen Akteuren in der Region konterkariert wurden.


R. Kastorff-Viehmann spricht in ihrem Beitrag die Gründungsintentionen des SVR an, verweist aber anhand der Gebietsreform 1926 -1929 – wie auch H.-W. Wehling – auf die geringe politische Durchsetzungsmacht gegenüber historisch etablierten kommunalpolitischen und montanindustriellen Interessen. Unterschiedliche Raumordnungsmodelle zeigt H.-W. Wehling auf, die bis in die 1960er Jahre in wesentlicher Abhängigkeit von den wirtschaftlichen Maßgaben der Montanindustrien geprägt sind, um dann in der De-Industrialisierung durch landespolitische Vorgaben (Entwicklungsplan Ruhr (1968) und Internationale Bauausstellung Emscher-Park (1989)) weiterentwickelt zu werden. Ansatz und Projektdurchführung der IBA Emscher-Park eröffneten der Darstellung C. Zöpels folgend dem damaligen Kommunalverband Ruhrgebiet nur eine begleitende Rolle. Eine erneut stärkere Rolle in der Raumordnung des Ruhrgebiets spielt der 2004 neu benannte Regionalverband Ruhr, der mit der Wiedererlangung einer umfassenden Planungshoheit für das Ruhrgebiet (2009) einen Regionalplan Ruhr mit den endogenen Kräften der Region zu entwickeln sucht.


An dem Politikfeld Mobilität verweist D.-M. Hampel eindrücklich auf die begrenzten verkehrspolitischen Möglichkeiten des SVR und seiner Nachfolgeorganisationen, weist aber am Beispiel der in den vergangenen Jahren entwickelten Fahrradinfrastruktur auf ein sehr erfolgreiches Handlungsfeld hin, das aus klimapolitischen und touristischen Gründen mehr als nur einen Nischenbereich darstellt. S. Berger betont die positive Rolle des RVR für die Entwicklung eines Erinnerungsraums Ruhr, für den die Inszenierungen der Route der Industriekultur identitätsbildend eine zentrale Raumkonstruktion der Erinnerung an das industrielle Ruhrgebiet schufen.


Zwei große Ausstellungen werden in diesem Jahr das einhundertjährige Jubiläum des SVR/KVR/RVR zum Thema machen. Das Ruhr Museum wird unterschiedliche Politikfelder des Verbandes in einer großen Ausstellung unter dem Titel „100 Jahre Ruhrgebiet. Die andere Metropole“ in den Blick nehmen (siehe S. 37 ff.). Das LVR-Industriemuseum gewährt in der Ausstellung „Die Zukunft im Blick – Ruhrgebietsfotografien aus dem Bildarchiv des Regionalverbands Ruhr“ Einblick in einen bislang unerschlossenen Fotobestand (siehe S. 40 f.) zur Ruhrgebietsgeschichte.


Gerne hätten wir auf die Eröffnungstermine dieser Ausstellungen auch hier verwiesen. Doch die sich gerade aufbauende Corona-Pandemie hat alle im Heft gegebenen Terminangaben entweder bereits Makulatur werden lassen oder droht diese in Frage zu stellen. Hoffentlich kommen wir zu einer raschen Bewältigung der gegenwärtigen Einschränkungen, arbeiten doch viele Ausstellungen mit Leihgaben, die nur zeitlich begrenzt gezeigt werden können. Verwiesen sei jedoch auf die vielen Buchanzeigen im Rezensions- und Annotationsteil des Heftes. Vielleicht finden Sie an der einen oder anderen Veröffentlichung Interesse, sodass die notwendigen Einschränkungen der sozialen Kontakte ein wenig abgemildert werden.

Dem Heft liegt bei: Das Ruhrgebiet neu ausgestellt. Dokumentation des 8. Geschichtskonvent Ruhr, 11. Oktober 2019.

Weitere Themen und den kompletten Heftinhalt finden Sie hier.

Kosten: Printausgabe 7,95 €€ oder digital 5,00 € €
Bestellmöglichkeit: Klartext Verlag und Museums-Shop des DBM.

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