Forschungsprojekte
Die Landschaften, ihre Ressourcen und spezifischen Lebensbedingungen trugen zu dieser Entwicklung bei, dennoch sind die kulturellen, sozialen wie wirtschaftlichen Prozesse für verschiedene Perioden kaum im Detail untersucht, standen sie doch meist im Schatten einer „auswärtigen“ – beispielsweise mesopotamischen – Perspektive. Das SPP versteht das iranische Hochland sensu lato als das zentrale iranische Plateau mit seinen Randgebirgen, dem Kopet Dag im Nordosten, dem Elburs im Norden, dem Zagros im Süden und Südwesten, sowie dem Urmia-See und Südkaukasus im Nordwesten. Das SPP versucht die verschiedenen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Prozesse dieses Raums nach drei grundsätzlich beschreibbaren Bereichen, den Rohstoffregimen, den institutionellen Verhältnissen und der Mobilität seiner Bewohner nachzuzeichnen. Dabei werden die verschiedenen Formen von Krisenbewältigung und sozialer Widerständigkeit als auch die kulturelle Integrationsfähigkeit als tragende Elemente dieser Hochlandgesellschaften untersucht.
Im Zentrum des SPP 2176 stehen die unterschiedlichen „Highlandscapes“, die mit Hilfe eines interdisziplinär und diachron angelegten Ansatzes zwischen Archäologie, geowissenschaftlicher Archäometrie, Archäobiologie, Iranistik sowie Alter Geschichte und Altorientalistik untersucht werden sollen. Forschungsprojekte sollen die vielfältigen Lebenswelten herausarbeiten, wobei es darum geht, wie sich die für das iranische Hochland beobachtbare gesellschaftliche Resilienz in wirtschaftlichen, sprachlichen, und sozialen Mustern sowie in der Kraft zur politisch-sozialen Integration epochenspezifisch ausgeprägt hat. Dazu gehören auch Wissenstransfer und Austausch sowie Erinnerungskulturen in Sprache, Religion und Sachkultur. Das SPP zielt darauf ab, die verschiedenen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Prozesse in drei Schwerpunktfeldern systematisch zu erfassen:
- in Rohstoffregimen und deren Vernetzung
- in institutionalisierten Verhältnissen, die von formal-öffentlichen Einrichtungen bis zu Familienstrukturen reichen können
- in Mobilitätsmustern und deren natürlichen und kulturellen Umweltbezügen.
Das für den SPP aufgesetzte Koordinierungsprojekt wird in Kooperation zwischen dem DBM, der RUB, dem DAI und der FU Berlin durchgeführt und wird verschiedene Schwerpunkte beinhalten, die neben der administrativen und wissenschaftlichen Koordination des SPP 2176 auch ein Archäoinformatik-Projekt zu den o. g. drei zentralen Schwerpunktfeldern beinhaltet. Daneben sollen drei große Konferenzen zu den Themen des Schwerpunktes, Workshops und ein auf die Förderung iranischer Nachwuchswissenschaftler ausgerichtetes Fellow-Programm organisiert werden.
Text: Prof. Dr. Thomas Stöllner
Informationen zum Projekt
Dr. Abolfazl Aali
Dr. Natascha Bagherpour-Kashani
Dr. Kristina Franke
Dr. Yahya Kouroshi
Dr. Iman Mostafapour
Dr. des. Hande Özyarkent
Deutsches Bergbau-Museum Bochum
2019 - 2025
Forschungsprojekt (Grundlagenforschung)
DFG Schwerpunktprojekt | SPP 2176
Deutsches Archäologisches Institut, Euraisien, Außenstelle Teheran
Freie Universität Berlin
Ruhr-Universität Bochum