montan.dok 21 (Phase 3). Etablierung der zentralen Forschungsinfrastruktur für das deutsche Bergbauerbe
Die seit 2014 durchgeführten Projekte „Getrenntes Bewahren – Gemeinsame Verantwortung. Aufbau eines Informationszentrums für das Erbe des deutschen Steinkohlenbergbaus“ (GBGV, 2014-2017) und „montan.dok 21. Überlieferungsbildung, Beratungskompetenz und zentrale Serviceeinrichtung für das deutsche Bergbauerbe“ („montan.dok 21“, 2017-2018 [Phase 1] und 2019-2020 [Phase 2]) waren geeignet, das montan.dok als zentrale Serviceeinrichtung für das materielle und ideengeschichtliche Erbe des deutschen Steinkohlenbergbaus im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. Eingebettet in eine klare Strategie mit Innen- und Außenwirkung ist das montan.dok proaktiv als unverzichtbare wissenschaftliche Basis für die durch den Steinkohlenbergbau geschaffenen Werte in der Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts positioniert worden.

Vor diesem Hintergrund hat die RAG-Stiftung das Strategievorhaben „montan.dok 21“ auf Antrag nochmals für eine Laufzeit von zwei Jahren, beginnend am 01. April 2020, erfolgreich genehmigt und verlängert. In der dritten Phase sollen in konsequenter Fortsetzung der bislang verfolgten Strategie folgende Kernziele erreicht werden:

Erstens wird eine nachhaltige Verbesserung der Sichtbarmachung und Zugänglichkeit des sammlungsbezogenen Wissens zu Objekten und Beständen und dessen digitaler Vernetzung angestrebt. Der Fokus soll nun, zweitens, in logischer Konsequenz auf „visuellen“ Objekten und Beständen liegen, die sich mit allein sprachlichen Mitteln oft nur unzureichend beschreiben lassen. Drittens soll der Auf- und Ausbau nachhaltiger und moderner Infrastrukturen für die digitale Dokumentation und Präsentation sammlungsbezogenen Wissens erreicht werden, der langfristige Wirkungen entfaltet. Die erfolgreich etablierten sammlungsbezogenen Forschungen sollen viertens unter stärkerer Berücksichtigung digitaler Methoden erweitert und verstetigt werden. Zentral ist hier die Analyse von Potenzialen interdisziplinärer Ansätze an der Schnittstelle zwischen Digital Humanities, Sammlungsdokumentation und sammlungsbezogener Forschung als konzeptioneller Positionierung des montan.dok in einem strategisch relevanten Handlungsfeld. Schließlich geht es fünftens darum, das montan.dok als zentrale sammlungsbezogene Forschungsinfrastruktur über verschiedene Mittel der Wissenschaftskommunikation in Verbindung mit der Sichtbarmachung der Förderung weiterhin nachhaltig zu stärken. Als mittel- und langfristiges Investment in die Leibniz-Forschungsinfrastruktur montan.dok wird das Projekt die zivilgesellschaftlich relevante Auseinandersetzung mit der Geschichte und den Werten des Steinkohlenbergbaus auch in der Nachbergbauzeit langfristig mit Strahlkraft und Wirksamkeit versehen.

Der qualitative und quantitative Ausbau des Informationsangebotes verbindet sich auch in der dritten Phase hauptsächlich mit der fortgesetzten Optimierung der Sammlungsdokumentation. Hier sind in strategischer Absicht mehrere Dokumentations- und Erschließungsmaßnahmen mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen und Ausrichtungen vorgesehen. Zum einen sollen projektbezogen anhand systematisch ausgewählter Sammlungsteile modellhaft Methoden der modernen Sammlungsdokumentation weiterentwickelt und evaluiert sowie Infrastrukturen aufgebaut werden. Damit sollen nachhaltige strukturelle Voraussetzungen für die Dokumentation und Zugänglichmachung des deutschen Bergbauerbes nicht nur im DBM/montan.dok, sondern auch in den dezentralen Bergbausammlungen – siehe www.bergbau-sammlungen.de – insgesamt geschaffen werden.

Gleichzeitig adressiert diese bewusste Methodenvielfalt ein sowohl im montan.dok im bisherigen Projektverlauf als auch in anderen Dokumentationseinrichtungen immer wieder diskutiertes Spannungsverhältnis: Die Digitalisierung in Museen, Archiven und Forschung birgt zahlreiche hoffnungsvolle Zukunftsperspektiven, die neue Anforderungen an eine (digitale) Sammlungsdokumentation stellen. Jedoch stehen diese in einem gewissen Widerspruch zur alltäglichen, von knappen Ressourcen und Dokumentationsrückständen geprägten Realität in den allermeisten Museen. Das zeigt auch, dass aus dem Projekt „montan.dok 21“ heraus im Herbst 2019 kompetitive Beiträge, die sich mit diesem Spannungsverhältnis auseinandersetzen, für die Konferenz des Nationalkomitees ICOM Deutschland „Chancen und Nebenwirkungen – Museum 4.0“ und die Abschlusstagung zum Projekt „Objekte im Netz. Wissenschaftliche Sammlungen im digitalen Zeitalter“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ausgewählt wurden. Schwerpunkt der Beiträge, die auch in eine überregionale politische und wissenschaftliche Fachcommunity wirken, ist es, im interdisziplinären Diskurs zwischen Dokumentation und Fachwissenschaften Impulse für eine moderne Dokumentation des deutschen Bergbauerbes zu erhalten.

Informationen zum Projekt

Projektträger
Beteiligte forschende Bereiche
Laufzeit

01.04.2020 bis 31.03.2022

Typ des Vorhabens

Forschungs- und Infrastrukturprojekt

Förderung
Kooperation

Bergbausammlungen, Gedächtniseinrichtungen und Museen in Deutschland

Leibniz-Forschungsverbund Wert der Vergangenheit

  • Wiebke Büsch: Relaunch von www.bergbau-sammlungen.de. Website in neuem Gewand, in: montan.dok-news 6, 2020, Heft 1, S. 6.
  • Wiebke Büsch/Michael Farrenkopf: montan.dok unterwegs. Teilnahme an Citizen Science Forum 2019 und ICOM Jahrestagung, in: Deutsches Bergbau-Museum Bochum (Hrsg.): Jahresbericht 2019, Bochum 2020, S. 96-97.
  • Michael Farrenkopf (Hrsg.): Materielle Kulturen des Bergbaus | Material Cultures of Mining: Abstracts, hrsg. für das Montanhistorische Dokumentationszentrum am Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Bochum 2019, online unter: https://issuu.com/bergbaumuseum/docs/abstracts-materielle-kulturen-des-bergbaus.
  • Michael Farrenkopf: montan.dok 21 – Phase 3. RAG-Stiftung verlängert Förderung für erfolgreiches Strategievorhaben, in: montan.dok-news 6, 2020, Heft 1, S. 2.
  • Michael Farrenkopf/Michael Ganzelewski: Glück auf! Bergbau sammeln und bewahren in Zeiten des „Nachbergbaus“, in: Museumskunde. Fachzeitschrift für die Museumswelt, Bd. 85, 2020, Heft 2, S. 92-97.
  • Michael Farrenkopf/Stefan Przigoda: Visuelle Quellen zur Geschichte des Bergbaus im montan.dok, in: Forum Geschichtskultur Ruhr 2/2020, S. 33-34.
  • Michael Farrenkopf/Stefan Siemer: „Materielle Kulturen des Bergbaus | Material Cultures of Mining“. Internationale Tagung im Deutschen Bergbau-Museum Bochum, in: DER ANSCHNITT 72, 2020, S. 55-58.
  • Michael Farrenkopf/Stefan Siemer: „Getrenntes Bewahren – Gemeinsame Verantwortung“: Der Aufbau eines Informationszentrums für das Erbe des deutschen Steinkohlenbergbaus, in: Dominik Kimmel/Stefan Brüggerhoff (Hrsg.): Museen – Orte des Authentischen? | Museums – Places of Authenticity? Beiträge internationaler Fachtagungen des Leibniz-Forschungsverbundes Historische Authentizität in Mainz und Cambridge, Mainz 2020 (= RGZM – Tagungen, Bd. 42), S. 171-177; online unter: https://books.ub.uni-heidelberg.de/propylaeum/catalog/book/745.
  • Michael Farrenkopf/Stefan Siemer (Hrsg.): Bergbausammlungen in Deutschland. Eine Bestandsaufnahme, Berlin/Boston (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Nr. 233; = Schriften des Montanhistorischen Dokumentationszentrums, Nr. 36).
  • Michael Farrenkopf/Stefan Siemer (Hrsg.): Perspektiven des Bergbauerbes im Museum: Vernetzung, Digitalisierung, Forschung, Berlin/Boston 2020 (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Nr. 235; = Schriften des Montanhistorischen Dokumentationszentrums, Nr. 37).
  • Michael Ganzelewski/Claus Werner: Tagungsbericht: Materielle Kulturen des Bergbaus | Material Cultures of Mining, 05.12.2019 – 07.12.2019 Bochum, in: H-Soz-Kult, 04.04.2020, www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8716.
  • Stefan Przigoda: Sammlungsdokumentation, Forschung und Digitalisierung. Potenziale zwischen Anspruch und Museumsalltag, in: Udo Andraschke/Sarah Wagner (Hrsg.): Objekte im Netz. Wissenschaftliche Sammlungen im digitalen Wandel, Bielefeld 2020, S. 293-304.
  • Stefan Siemer: Das materielle Erbe des Steinkohlenbergbaus in Deutschland. Eine Handreichung zur Dokumentation und Digitalisierung in kleinen Sammlungen, Berlin/Boston 2020 (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum, Nr. 237; = Schriften des Montanhistorischen Dokumentationszentrums, Nr. 38)
  • Claus Werner: „Welche Authentizität hätten’s gern?“. Authentizität zwischen Sammlungssystematik und Thesaurus, in: Dominik Kimmel/Stefan Brüggerhoff (Hrsg.): Museen – Orte des Authentischen? | Museums – Places of Authenticity? Beiträge internationaler Fachtagungen des Leibniz-Forschungsverbundes Historische Authentizität in Mainz und Cambridge, Mainz 2020 (= RGZM – Tagungen, Bd. 42), S. 179-192; online unter: https://books.ub.uni-heidelberg.de/propylaeum/catalog/book/745.
  • Claus Werner: Die Sammlung als Netz. Potenziale und Grenzen der Netzwerkanalyse einer Sammlungsdokumentation, in: Udo Andraschke/Sarah Wagner (Hrsg.): Objekte im Netz. Wissenschaftliche Sammlungen im digitalen Wandel, Bielefeld 2020, S. 247-260.

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